Presse- und Medienbereich des BSV Südbaden e.V.

nachstehend finden Sie eine Aufstellung von Presseartikeln, die sich mit unserer Selbsthilfeorganisation beschäftigen. Die hier aufgeführte Presseübersicht ist keineswegs vollständig. Weiterführende Artikel können als Kopie in der Vereinsgeschäftsstelle angefordert werden.

Liste der Artikel

Pressemitteilung - Freiburg, 24.08.2010

Sensomobil-Tag in Freiburg – Blinde fahren Auto

Blinde sitzen hinter dem Steuer beim Projekt Sensomobil
Am Sonntag, 12.09.2010 in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr

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Pressemitteilung 11.8.2010
Barrierefrei in den Naturpark Südschwarzwald. Das neue Internetportal „www.naturpark-suedschwarzwald.de“ bietet Zugang für Alle!

Freiburg, 11. August – In den Räumen des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. stellten der Naturpark Südschwarzwald, die Freiburger Design- und Werbeagentur SinnOptics und der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. das neue barrierefreie Internetportal www.naturpark-suedschwarzwald.de vor. Die komplett überarbeitete Webseite des Naturpark Südschwarzwald e.V. wurde nach fünfmonatiger Entwicklungszeit online geschaltet.

In der Zusammenarbeit von Naturpark, SinnOptics und dem Blinden- und Sehbehindertenverein wurde ein mustergültiges Vorzeigeprojekt für barrierefreie Webseiten geschaffen. Bei der Konzeption wurden die speziellen Anforderungen berücksichtigt, die sehbehinderte, blinde, motorisch beeinträchtigte und viele ältere Menschen an die Gestaltung und Bedienung digitaler Informationsmedien stellen. So wurde der Internetauftritt gemäß der international gültigen Vorgaben für die Konzeption barrierefreier Webseiten, der WCAG 2.0-Norm (Web Content Accessibility Guidelines) überarbeitet und nimmt nun am BIENE-Wettbewerb (Barrierefreies Internet Eröffnet Neue Einsichten) der besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten teil.

Die Internetseite www.naturpark-suedschwarzwald.de ist hierbei DAS Informationsportal des Naturparks und bietet einen umfassenden Einblick in seine vielfältigen Aufgaben, Projekte und Angebote.

Auf der Webseite wird die Zielsetzung des Vereins Naturpark Südschwarzwald vermittelt. Bei ihm steht die nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung der Region Südschwarzwald als Erholungslandschaft im Vordergrund. Die Webseite umfasst neben den allgemei-nen Hintergrundinformationen zum Naturpark Südschwarzwald, seinen Bewohnern und dem Naturraum auch die Bereiche „Freizeit und Sport“, „Essen und Trinken, „Barrierefreiheit“ sowie eine Seite für Kinder. All das wird gut strukturiert und didaktisch anschaulich dargestellt. Bereits in den letzten Jahren erfreute sich die Homepage des Naturparks gro-ßer Beliebtheit mit ständig steigenden Zugriffszahlen.

Die barrierefreie und generationenfreundliche Umsetzung von Informationsmedien gewinnt mit Blick auf den fortschreitenden demografischen Wandel immer größere Bedeutung.

Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird im Jahr 2035 knapp jeder zweite Mensch mehr als fünfzig Jahre alt sein. Das wird die Anforderungen an Konzeption und Gestaltung von Informationsmedien entscheidend verändern. Daher ist nun die Naturpark-Webseite einer noch umfassenderen Öffentlichkeit zu-gänglich gemacht worden. „Seit mehreren Jahren engagiert sich der Naturpark Süd-schwarzwald für die barrierefreie Zugänglichkeit im Südschwarzwald. Daher hatte für uns eine barrierefreie, generationen-freundliche und damit zukunftsfähige Webseite eine extrem hohe Priorität.“, so Landrat Walter Schneider, Vorsitzender des Naturparks Südschwarzwald.

Von der konsequenten barrierefreien Umsetzung der Webseite www.naturpark-suedschwarzwald.de profitieren letztendlich alle Benutzer. So erleichtert der konsequente, logische Aufbau der Menüführung die Orientierung. Die barrierefreie touristischen Ziele und Erlebnispfade im Südschwarzwald sind in einem gesonderten Menüpunkt auf der Webseite abrufbar.

Um zu überprüfen, ob das Konzept und die Umsetzung der Webseite eine barrierefreie und benutzerfreundliche Anwendung ermöglicht, wurde während der Produktion ein Nutzertest mit behinderten und auch nicht behinderten Menschen durchgeführt. Die so gewonnenen Rückmeldungen bewiesen eine gute Praxistauglichkeit, außerdem flossen die wertvollen Anmerkungen der Nutzer in das Ergebnis mit ein.

Unter anderem nahm auch Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden e.V., an diesem Nutzertest teil. Er konnte der Webseite nach dem Test sehr gute Funktionalität für Blinde und Sehbehinderte bestätigen: „Diese Webseite ist ein Musterbeispiel und Vorzeigeprojekt für alle, die den Umgang mit einem Bildschirmlese-Programm lernen möchten. Sie ist beispielhaft aufgebaut, alles funktioniert so wie es soll und ich habe nicht das Gefühl, dass Informationen an mir vorbeigehen.“, so Mischa Knebel. Er demonstrierte auf der Pressekonferenz, mit Hilfe einer „Vorlesesoftware“, wie auf der Webseite des Naturparks blinde Menschen navigieren können. Die Webseite des Naturparks Südschwarzwald gewährt laut Misch Knebel blinden Menschen den Zugang zu allen Funktionen, von der allgemeinen Information über die Such-Funktion bis hin zur Erstellung von Kommentaren. Gerade bei den beiden letztgenannten Funktionen versagen noch viele Webseiten, die versuchen, Barrierefreiheit zu gewährleisten. Er führte aus: „Für blinde Menschen bedeutet das Internet mittlerweile das Tor zur Welt. Um uns eine selbständige Bedienung zu ermöglichen, müssen Webseiten sauber programmiert und auf unsere Bedürfnisse durchdacht aufgebaut werden. Beides wurde hier berücksichtigt.

Die mit der Umsetzung beauftragte Freiburger Agentur SinnOptics ist auf barrierefreie Internetlösungen spezialisiert. Denn Menschen mit körperlichen Einschränkungen stellen ganz spezielle Anforderungen an die Bedienung einer Webseite.

Myriam Eismann, eine Geschäftsführerin der Agentur und Kommunikationsdesignerin führt aus: „Um aus einer Webseite eine barrierefrei zugängliche, funktionale und attraktive Informationsquelle zu machen, müssen technische, gestalterische und inhaltliche Faktoren in Ein-klang gebracht werden. Diese Faktoren unterliegen ebenso wie die Nutzeranforderungen einem steten Wandel. Diesen Wandel gilt es zu erfassen und in das Projekt einfließen zu lassen.

Bei der Arbeit wurde das Team von SinnOptics durch den Medieninformatiker Jens Elfering unterstützt, der über dieses Projekt seine Bachelor-Abschlussarbeit mit dem Thema „Konzeption moderner Webseiten unter Berücksichtigung der WCAG 2.0 und der User Experience“ verfasste.

Dadurch wurde die Erstellung der Webseite wissen-schaftlich-methodisch begleitet und alle Arbeitsschritte genauestens auf ihre Wirksamkeit geprüft. So weisen beispielsweise die zur Gestaltung und Darstellung verwendeten Farb-werte immer ein ausreichendes Kontrastverhältnis auf, Steuerelemente sind deutlich und groß angelegt worden, die Schrift kann individuell vergrößert werden und das Menü ist lo-gisch und nachvollziehbar aufgebaut. Auch sind alle Informationen textlich hinterlegt, sodass spezielle Bildschirm-Leseprogramme für Blinde und Sehbehinderte diese dem Nutzer vorlesen können.

Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, zeigte sich mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit hoch erfreut und hofft, dass der Naturpark mit der neugestalteten Homepage einen wichtigen weiteren Schritt für ein barrierefreies Miteinander geleistet hat.

Die Webseite ist ab sofort im Internet unter www.naturpark-suedschwarzwald.de zugänglich.

Informationen:

Naturpark Südschwarzwald e.V.

Boris Kauth
Tel.: 07676 / 9336-14, Fax: 07676 / 9336-14
E-Mail: Boris.Kauth@naturpark-suedschwarzwald.de

BSVSB, Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V.

Mischa Knebel, Geschäftsführer
Tel.: 0761 / 36122, Fax: 0761 / 36123
E-Mail: knebel@bsvsb.org

SinnOptics, Büro für Werbung und Design

Myriam Eismann, Kommunikationsdesignerin
Tel.: 0761 / 20855-90, Fax: 0761 / 20855-99
E-Mail: eismann@sinnoptics.de

www.naturpark-suedschwarzwald.de Naturpark Südschwarzwald
www.bsvsb.org Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V.
www.sinnoptics.de/leistungen/website-usability Agentur SinnOptics
www.barrierefreies-webdesign.de , Richtlinien für barrierefreies Webdesign
www.biene-wettbewerb.de , Wettbewerb zur Prämierung barrierefreier Webseiten

Ein Vorlesegerät für die Hosentasche, wo gibt es denn das?

... das Vorlesegerät für die Hosentasche gab es als eines von zahlreichen Neuerungen am Tag der Offenen Tür beim Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. in Freiburg zu bestaunen. Das Gerät entpuppt sich als Handy mit Sprachausgabe. Dieses Handy ist mit einem Programm ausgestattet, das Texte in Sprache umsetzen kann. Das Handy muss dabei mit der eingebauten Kamera auf ein beschriebenes Dokument gerichtet werden. Die Kamera des Handys macht ein Bild und das Schriftstück, das auf dem Bild zu sehen ist, wird vom Handy in Text umgewandelt.

Imbiss KOMISCHDieses neue Produkt und weitere technische Hilfsmittel konnten am Tag der Offenen Tür in unserem Hause bestaunt werden. Dieser Tag, an dem in unserem Beratungszentrum in Freiburg buchstäblich alle Türen offen standen, wurde anlässlich des bundesweiten Tages der Sehbehinderten in diesem Jahr am 10.06.2010 von 10.00 bis 19.00 Uhr durchgeführt.

Insgesamt konnten wir 11 Hilfsmittelfirmen begrüßen, die auf unserer Hilfsmittelausstellung die neuesten Trends vorführten. Als Besucher konnten wir unsere Vereinsmitglieder begrüßen. Daneben kamen blinde und sehbehinderte Menschen, die den Verein bislang noch nicht kannten und durch die Presse aufmerksam gemacht wurden. Aber auch die Vertreter der Kostenträger, die Mitarbeiter von Senioreneinrichtungen und Vertreter aus der regionalen Politik konnten wir als Gäste begrüßen.

Was gab es Neues?

Die elektronische Datenverarbeitung ist für unseren Personenkreis sehr hilfreich und stand auch diesmal wieder im Vordergrund. DAISY-Player wurden vorgestellt. Die neueste Generation kann jetzt, außer mit CDs, zusätzlich mit Hörbüchern auf Speicherkarte und auf Speicher-Sticks bestückt werden. Auch für das Handy gibt es „DAISY-To-Go“,. Darunter versteht man einen DAISY-Spieler für den Betrieb auf einem Handy. An der Bedienung der DAISY-Player hat sich im großen und ganzen nicht viel geändert.

Neu ist, dass es nun auch einige Vorlesesprechgeräte gibt, die ebenfalls einen DAISY-Player mit eingebaut haben, so dass diese Textvorlesegeräte auch als DAISY-Lese-Systeme genutzt werden können.

Beratung Herr KnebelBei den stationären Vorlesesprechgeräten ist zu beobachten, dass der Trend vom Scanner zu einer Fotokamera geht. Der Benutzer legt das Dokument nicht mehr auf einen Scanner, sondern er stellt eine Kamera auf und legt das Lesegut dann unter diese Kamera. Ein Signal gibt dann an, dass der Text abfotografiert wurde und innerhalb von nur fünf Sekunden ist der fotografierte Text dann als Sprachtext verfügbar.

Das Navigationsgerät Kapten konnte ebenfalls an diesem Tag getestet werden. Neu hinzugekommen ist ein speziell für blinde und sehbehinderte Personen entwickeltes navigations-System. Dieses System nennt sich Trekker Breeze. Auf dieses Gerät werden wir in der nächsten Ausgabe des Durchblickes genauer eingehen. Bitte beachten Sie zu diesem Gerät auch unseren Sonderartikel in diesem Heft.

Des weiteren wurde der neue Einkaufsfuchs vorgestellt. Den neuen Fuchs gibt es jetzt als ein kleines Kompaktgerät. Scanner und Sprache sind in einem einzigen Gehäuse untergebracht. Wer es noch kleiner haben möchte, der kann sich das Programm Mobile Shopper besorgen. Dieses Programm kann auf ein Handy installiert werden. Als Scanner für die Artikel im Ladengeschäft muss dann allerdings ein Warenscanner als Extra-Gerät mit in den Laden genommen werden. Der Strich-Code kann nicht mit der Handykamera erfasst werden.

Computerhilfsmittel gibt es für zu Hause und auch für den Arbeitsplatz. Im Punkto der Organizer geht der Trend hin zu Geräten, die drahtlos ins Internet können. Internet-Radio gehört bei vielen Notizgeräten bereits zum Standard dazu.

Bei den Screen-Reader-Programmen gab es folgende Neuerungen: Im Bereich der Schriftvergrößerung ist das Programm ZoomText das gängigste Programm. ZoomText verfügt zusätzlich zur Schriftvergrößerung über eine Sprachausgabe. Die Konkurrenzprodukte Lunar und Magic haben annähernd dieselben Funktionen, sind jedoch bei den Anwendern nicht mit einem solch großen Marktanteil verbreitet. Alle Bildschirmvergrößerungsprogramme verfügen zusätzlich über Sprachausgabe für das Vorlesen langer Texte.

Das Programm Cobra verfügt als einziger Screen Reader über alle drei Komponenten (Sprachausgabe, Großschrift und Unterstützung für Braille-Zeilen). Genau wie die drei zuvor genannten Programme ist es bei Cobra seit der Version 9.1 nun auch möglich, bei der Schriftvergrößerung die Zwischenstufen – wie z.B. 2,5 oder 2,8-fach Vergrößerung – darzustellen.

Im Bereich der Screen Reader für Sprachausgabe und Braille-Zeilen ist das Programm JAWS nach wie vor das Programm mit dem meisten Funktionsumfang. Dahinter ist das Programm Cobra angesiedelt. Die Programme Hal und Window-Eyes wurden von keinem der vor Ort präsenten Firmen gezeigt.

Bei den Lupen und weiteren Sehhilfen geht der Trend hin zu elektronischen Vergrößerungslupen, die über eine Zoom-Funktion verfügen, so dass – ähnlich wie beim guten alten Monokular-Glas – ein Objekt heran gezoomt werden kann. Der Vorteil liegt hier jedoch eindeutig darin, dass der sehbehinderte Anwender seinen Kopf nicht genau auf den Gegenstand auszurichten braucht. Die elektronischen Lupen-Systeme können gewissermaßen um die Ecke schauen und erleichtern somit die Fokussierung von Gegenständen, die nicht unmittelbar in Augenhöhe befindlich sind. Bei den meisten Geräten dieser Art ist der Zoom stufenlos einstellbar. Einige elektronische Lupen verfügen mittlerweile sogar über einen Nachtsicht-Modus.

Beratung bei HedoInsgesamt gesehen wird die Prognose für die Zukunft sein, dass es noch mehr Kleinstgeräte geben wird. Bei den Bildschirmlesegeräten werden immer mehr Modelle mit einem Flachbildschirm an einem frei positionierbaren Schwenkarm angeboten. Dies natürlich mit Darstellung von Echtfarben und mit automatischer Bildschärfeneinstellung. Als Neuprodukt konnte bei einer Ausstellerfirma ein Bildschirmlesegerät angesehen werden, das den Text am Bildschirm zusätzlich mit einer Sprachausgabe vorlas, so dass der Benutzer gleichzeitig ein Bildschirmvergrößerungsgerät und ein Vorlesesprechgerät hat – und dies beides in einem einzigen Gerät.

Als Fazit lässt sich sagen: Immer kleiner, immer feiner, immer mehr Funktionen in einem Gerät.

Neben den technischen Produkten wurden durch den Deutschen Hilfsmittelvertrieb auch zahlreiche Hilfsmittel für den Alltag vorgeführt. Neu war hier ein so genannter Spielkartenhalter zum Fixieren von Skat- oder Rommee-Karten. Dann wurde der Pen Friend – ein akustischer Etikettierer – vorgestellt. Darüber hinaus gab es natürlich auch hier viele bereits bewährte Hilfsmittel, wie z.B. sprechende Uhren, Markierungspunkte aus selbst klebendem Silikon oder Gesellschaftsspiele mit taktilen Markierungen.

Insgesamt konnten wir rund 180 Besucherinnen und Besucher zählen. In diesem Jahr verteilten sich die Besucher/innen über den ganzen Tag gleichmäßig, was sowohl für die Aussteller, als auch für die betroffenen Personen für eine entspannte Atmosphäre sorgte. Das leibliche Wohl kam bei einem gemütlichen Verweilen in unserer Lehrküche mit Brötchen, Orangensaft und guter Gesellschaft ebenfalls nicht zu kurz.
Frau Kehr Beratung draussenFrau Rohmueller

Der BSV Südbaden e.V. dankt allen Besucherinnen und Besuchern für deren Interesse. Auch möchten wir den ehrenamtlichen Helfern für ihre Unterstützung danken.

Für das nächste Jahr wünschen wir uns ebenfalls wieder eine große Anzahl an Besuchern. Bitte beachten Sie, dass im nächsten Jahr der Tag der offenen Tür nicht in der Vereinsgeschäftsstelle stattfindet. Im nächsten Jahr präsentieren wir uns und unsere Angebote auf der Südwestmesse in Villingen-Schwenningen. Haben wir Sie neugierig gemacht? Bitte verfolgen Sie weiterhin unsere Zeitschriften. Wir werden Sie über unsere Angebote auf dem Laufenden halten. Die Südwestmesse – als größte Verbrauchermesse in Südbaden - findet im Jahre 2011 statt vom 18.06 bis 26.06.2011.

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Tour-de-Braille 2009 - Pressenachlese

Die Welt ohne Augenlicht erleben

Quelle: Badische zeitung vom 15. April 2009

OFFENBURG. Die Blindenschrift stand im Mittelpunkt des zweiten Aktionstages des Vereins Lesewelt Ortenau im Museum im Ritterhaus. Der Zeitpunkt passte:

Der Erfinder des Punktschriftsystems, der Franzose Louis Braille, wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden nutzte die Veranstaltung, um auf die Bedürfnisse der Menschen ohne Augenlicht aufmerksam zu machen.

Die achtjährige Nina (rechts) wird von einer ehrenamtlichen Lesewelt-Mitarbeiterin mit der Wahrnehmung der Welt ohne den Sehsinn vertraut gemacht.

Die Idee zum Thema "Das mach’ ich doch blind" hatte Lesewelt-Mitglied Margaret Glover, als sie gemerkt hatte, dass ein Buch über ein blindes Mädchen bei den Kindern sehr gut ankam. Die jungen Zuhörer wollten mehr über die Blindenschrift erfahren. Dazu bestand am Sonntag Gelegenheit. Die Besucher konnten mit Hilfe einer Tabelle ihren eigenen Namen in der fühlbaren Schrift darstellen und die Punktekombination als Lesezeichen mit nach Hause nehmen.

Unter anderem las die 33-jährige Steffi Hess, die von Geburt an blind ist. In beeindruckender Geschwindigkeit glitten ihre Finger über das besondere Bilderbuch. Es war die Geschichte des dicken, fetten Pfannkuchens, die Steffi Hess zum Besten gab. Wer mit der Blindenschrift nicht vertraut ist, kann nur staunen, wie sich die Sätze aus den Punkteanhäufungen ertasten lassen. Für Ungeübte fühlt sich das alles irgendwie gleich an. Auch Christa Braun aus Oppenau hat die Welt noch nie mit den Augen wahrnehmen können. Die Blindenschrift bezeichnet sie als "genial", weil es auf diese Weise möglich ist, ohne fremde Hilfe zu lesen. Sie bedauert, dass durch den Computer und Sprachprogramme Erzeugnisse in Blindenschrift immer weniger werden.

Außerdem konnten die Besucher Spiele für Blinde wie Mühle, Dame und Mensch-ärger’-dich-nicht ausprobieren, Tast- und Geruchssinn wurden auf die Probe gestellt. Wie der Geschäftsführer des Blindenvereins, Mischa Knebel, erzählte, nehmen sehende Menschen 80 Prozent ihrer Informationen über die Augen wahr. Wenn dieser Sinn nicht mehr funktioniert, müssen die anderen Orientierungsfähigkeiten intensiviert werden. So verfügen blinde Menschen in der Regel über ein sehr viel differenzierteres Gehör, achten stärker auf Gerüche. Normalerweise gelinge es gut, sich im Alltag zurecht zu finden. Knebel wünscht sich allerdings, dass noch mehr Ampeln mit akustischen Signalen ausgestattet werden und dass es in Behörden Formulare auch in Blindenschrift oder als Tonträger gebe.

Nina ist mit ihrer Mutter gekommen. Vanessa, eine Studentin aus Ecuador und im Verein Lesewelt engagiert, bindet dem achtjährigen Mädchen ein Tuch um die Augen. Vor der Kleinen liegen Zeichenblock und Stifte. Selbst ein schlichtes Haus zu zeichnen wird da zur Herausforderung. Vincent (9) und Niklas (8) dürfen in Stoffbeutel greifen und müssen ertasten, welche Gegenstände sie in der Hand halten; eine Plastikschlange oder einen Krebs?

An der nächsten Station stehen Gläser mit Schraubverschluss, deren Inhalt erschnuppert werden muss. Ein klarer Fall von Kaffeepulver.

Die Vorsitzende der Lesewelt, Carmen Stürzel, kann sich vorstellen, künftig auch mit blinden Vorlesern zusammen zu arbeiten. Außerdem ist vorgesehen, mit einzelnen Stationen in die Schulen zu gehen und dort die Kinder die Welt ertasten und erriechen zu lassen. Das habe den schönen Nebeneffekt, dass die jungen Leute anschließend die Gabe, sehen zu können, richtig zu schätzen wissen.

Die blinde Vorleserin Steffi Hess wird zum Welttag des Buches am Donnerstag, 23. April, auf Einladung des Vereins Lesewelt in der Stadtbibliothek, Weingartenstraße 32, um 15 Uhr die Geschichte vom dicken fetten Pfannenkuchen für Kinder vorlesen.

Autor: Gertrude Siefke

Auf den Punkt gebracht

Quelle: Badische Zeitung - Freiburg Stadt vom Mittwoch, 8. April 2009

Einfacher als das "A" geht’s nicht. Es ist nur ein Punkt. Danach wird’s kompliziert, obwohl die gesamte Brailleschrift für Blinde nur aus sechs Pünktchen besteht. Doch ihre Kombination hat’s in sich – nebeneinander, untereinander, schräg: Je nachdem steckt ein "F" oder "Z" dahinter – oder was auch immer. Der Franzose Louis Braille erfand das System. Weil er im Januar vor 200 Jahren geboren wurde, erinnern in Freiburg die an ihn, die mit seiner Idee zu tun haben: wie Mischa Knebel vom Blinden- und Sehbehindertenverein. Wenn Mischa Knebel mit seinen Fingerkuppen die kleinen Wölbungen auf dem dicken Papier entlang streicht, kann er Geschichten erzählen. Von Ravioli liebenden Keks-Kobolden, deren Abenteuer die Kinderbuchautorin Cornelia Funke beschreibt. Oder von der Kegelschnecke, die in tropischen Meeren lebt und deren Foto auf einem Kalenderblatt Mischa Knebel nicht sehen kann.

Dafür erfährt er von den Pünktchen auf der Rückseite des Kalenderblattes umso mehr. Es ist ein Kalender für Sehende und blinde Brailleschrift-Kundige gleichermaßen. Mischa Knebel ist ein geübter Brailleschrift-Leser. Er konnte – nach einer Schädigung wegen zu viel Sauerstoffs im Brutkasten – schon als Baby schlecht sehen, mittlerweile kann er nur noch hell und dunkel unterscheiden. Als Kind hat er in einer Blindenschule Lesen gelernt – Brailleschrift von Anfang an. So geht es am einfachsten, ist seine Erfahrung: Weil bei jungen Menschen die Finger beim Tasten noch besonders empfindsam sind. Ältere haben es schwerer. Ungefähr alle vier Wochen taucht beim Blinden- und Sehbehindertenverein in der Wölflinstraße 13 ( 0761/36122) jemand auf, der als Erwachsener blind geworden ist. Nach Schätzungen des Vereins, der 250 Mitglieder hat, leben in Freiburg rund 400 blinde und 1400 sehbehinderte Menschen. Tasten statt Sehen: Brailleschrift im Alltag. Foto: ingo schneider

Erwachsene Brailleschrift-Interessierte vermittelt der Verein weiter: Wer im Berufsleben steht, kann bei einem Berufsförderungswerk einen – an eine Umschulung gekoppelten – zwölfmonatigen Brailleschrift-Kurs machen. Für die anderen gibt es private Bildungsträger. Blinde Kinder leben meist im Internat. Denn Blindenschulen sind rar, es gibt nur zwei oder drei in jedem Bundesland, und nur einzelne führen bis zum Abitur. Von Freiburg aus sind die nächsten Blindenschulen in Schramberg und bei Mannheim. In der Sehbehindertenschule in Waldkirch wird statt auf Brailleschrift auf das Vergrößern der gängigen Schrift gesetzt.

Doch selbst unter Blinden wird die Brailleschrift immer mehr zum Geheimtipp. Zurzeit beherrscht nur noch ein Viertel die Schrift, schätzt Mischa Knebel. Viele weichen vom Buch aufs Hörbuch und vom Notizzettel aufs Diktiergerät aus – kein wirklicher Ersatz fürs Lesen, findet Mischa Knebel. Natürlich ist auch Louis Brailles Erfindung längst gehörig technisiert worden: Mit speziellen, 6000 bis 9000 Euro teuren Geräten kann alles, was am Computer getippt und gesendet wird, in Brailleschrift umgewandelt und mit einer eigenen Tastatur gelesen werden. Damit hätte Louis Braille sicher nicht gerechnet, der nach einem Unfall mit drei Jahren erblindete und sich an einem Tastsystem für Soldaten orientierte, die auch bei Dunkelheit Botschaften empfangen sollten. Zu seiner Zeit entstanden gerade mal Schreibtafeln, bei denen kleine spitze Griffel die Punktmuster aufs Papier drücken. Um 1905 folgten dann Schreibmaschinen-artige Blindenschriftmaschinen. Doch obwohl die Brailleschrift 200 Jahre alt ist: Bisher sind nur fünf Prozent der gesamten Literatur übersetzt.

Autorin: Anja Bochtler

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Wir stellen um – CDs statt Kassetten

Liebe Hörerinnen und Hörer,

mit dieser Information läutet die Geschäftsstelle des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden das Zeitalter der digitalen Technik ein. Doch so schlimm, wie es sich anhört, ist es bei weitem nicht.

Bislang haben Sie die wöchentliche Ausgabe Ihrer Tageszeitung durch unsere engagierten ehrenamtlichen Aufleserinnen und Aufleser auf Tonkassetten geliefert bekommen. Sie werden jedoch selbst schon bemerkt haben, dass die Kassette so langsam ausstirbt.

Man kann zwar noch in den Einkaufsläden Kassetten bekommen, die zum Aufnehmen gedacht sind, jedoch wird es schon schwierig, wenn man eine Musikkassette oder ein Hörbuch auf Kassette erwerben will. Überall werden fast nur noch CDs verkauft. Auch die Stadtbüchereien haben bei neu angeschafften Hörbüchern oder Musikaufnahmen nur noch CDs zur Verfügung.

Die speziellen Blindenhörbüchereien und die Zeitschriftenverlage für blinde und sehbehinderte Kunden werden gegen Ende des Jahres 2009 den Verleih und den Verkauf von Kassetten komplett einstellen. Wir als Blinden- und Sehbehindertenverein werden unsere Zeitschriften im laufe diesen Jahres komplett auf CDs umstellen.

Welche Nachteile hat dies für Sie? Der Nachteil ist, dass Sie Ihren Kassettenrecorder nicht mehr für unsere Zeitschriften verwenden können.

Welche Vorteile hat die Umstellung für Sie? Die Vorteile überwiegen die Nachteile erheblich! Wir werden ab dem 6. April 2009 alle Ausgaben unserer wöchentlich aufgesprochenen Tageszeitungen auf CD ausliefern. Diese CDs werden mit dem so genannten mp3-Format aufgelesen. Dadurch haben Sie zukünftig die Möglichkeit, in der Zeitung – wie früher in Ihrer normalen Tageszeitung – von einem Artikel zum nächsten "zu blättern". Das hin- und herspulen, was Sie von der Kassette her kennen, entfällt somit.

Es stehen Ihnen zukünftig weit mehr als bisher 90 Minuten Lesevergnügen zur Verfügung. Das neue Format bringt Ihnen nahezu endlosen Speicherplatz auf einer kleinen CD.

Eine CD brauchen Sie nicht umzudrehen. Die CD wird nur von einer Seite aus bespielt. Es gibt keinen Bandsalat mehr. Mit einem speziellen Abspielgerät für Blinde und Sehbehinderte ist es sogar möglich, dass Sie eine CD genau an der Stelle weiter laufen lassen können, an der Sie zuletzt aufgehört haben, diese anzuhören. Wenn Sie zwischen dem Anhören einer Zeitung einmal pausieren möchten oder ein Hörbuch anhören, brauchen Sie – wenn Sie Ihre CD mit der Zeitung wieder einlegen, nicht komplett von Anfang an zu beginnen, sondern das Gerät spielt an der Stelle weiter, an der Sie zuletzt aufgehört haben.

Die Tonqualität auf einer CD ist weitaus besser, als die Qualität einer Kassette. Das Rauschen und die zu geringe Lautstärke von Aufnahmen gehören der Vergangenheit an. Auch das Leiern oder eine durch die Kopie der Kassette bedingte langsamere Geschwindigkeit wird nicht mehr auftreten.

Wir möchten Sie somit bitten, diesen Schritt gemeinsam mit uns zu wagen. Nach einer ersten Eingewöhnung werden Sie es nicht bereuen!

Wir werden noch bis Ende März unsere Zeitungen zum Hören auf Kassetten ausliefern. Ab Montag, den 6. April 2009 wird die Auslieferung auf CD erfolgen.

Wir möchten Sie hiermit nachhaltig ermutigen, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen. Die CDs können Sie mit handelsüblichen CD-Abspielgeräten anhören, sofern diese Geräte das so genannte mp3-Format wiedergeben. Auch können Sie die CDs mit einem DVD-Abspielgerät über Ihren Fernseher anhören. Am besten wäre allerdings die Anschaffung eines speziellen Abspielgerätes, das für Blinde und Sehbehinderte hergestellt wird. Die Tasten an diesem Gerät sind größer als bei einem normalen CD-Spieler. Außerdem werden alle Funktionen über eine eingebaute Sprachausgabe angesagt. Sie brauchen also nicht mühsam eine Anzeige abzulesen.

Auch wenn Sie kein Mitglied beim Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden sind, möchten wir Sie nicht ausgrenzen. Wir möchten Sie auch weiterhin mit der Ihnen lieb gewonnenen Zeitungsausgabe bedienen.

Sollten Sie sich mit einem solchen Gerät vertraut machen wollen, mit dem man eine Zeitung abhören kann, stehen wir Ihnen zur Beratung zur Verfügung. Sie erreichen uns unter Telefon: 0761/36122 oder per E-Mail unter info@bsvsb.org.

In diesem Sinne grüßen wir Sie herzlich und freuen uns auf die neue Technik mit ihren vielen Vorzügen.

Ihr Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. Mischa Knebel Geschäftsführer

Nachfolgend der zu diesem Thema eigens heraus gegebene Presseartikel

Die »Zeitung zum Hören«startet ins digitale Zeitalter

Ab April gibt’s die Lokalteile der Mittelbadischen Presse für Blinde und Sehbehinderte auf CD Für die »Zeitung zum Hören« bricht eine neue Ära an. Ab April erhalten blinde und sehbehinderte Hörer die Lokalteile unserer Zeitung nicht mehr auf Kassette, sondern auf CD. Die damit verbundene neue Aufnahmetechnik eröffnet komfortable Möglichkeiten. Offenburg. Seit sieben Jahren, also seit Bestehen des Projekts »Zeitung zum Hören«, landet Woche für Woche eine Kassette in den Briefkästen der mehr als 50 blinden und sehbehinderten Abonnenten im Ortenaukreis. Auf ihr sind die wichtigsten Nachrichten des jeweiligen Lokalteils der Mittelbadischen Presse zu hören, gesprochen von ehrenamtlichen Vorleserinnen.

Dass die inzwischen überholten Kassetten noch so lange im Einsatz waren, hing vor allem mit den Kosten der neuen Aufnahmegeräte zusammen. Schließlich gilt es für den Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden, allein in der Ortenau 33 Vorleserinnen mit der neuen Technik auszustatten.

Doch inzwischen sind Modelle auf dem Markt, die finanzierbar und relativ leicht zu handhaben sind. Davon überzeugten sich die Vorleserinnen der Hörzeitung bei einem Treffen in Offenburg. Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden, stellt ihnen ihr zukünftiges Arbeitsgerät vor.

Zugegeben: Ein bisschen Skepsis war schon da bei dem Gedanken, sich von dem altvertrauten Kassettenrekorder zu verabschieden. Doch die Vorteile überzeugten schnell: »Die Aufnahmen sind um ein Vielfaches besser als auf Kassette«, deutete Knebel den qualitativen Quantensprung an. Keine Störgeräusche des Kassettenrekorders, kein Qualitätsverlust beim Überspielen von Kassette zu Kassette, kein Klicken der Pausentaste.

Kein Herumspulen mehr

Auch die Hörer haben Vorteile, betonte Knebel, der selbst blind ist. Denn jeder Artikel erhält jetzt eine eigene Spur. Interessiert er nicht, kann man mit einem Tastendruck zum nächsten springen. Vorher war das immer mit einem mühsamen Hin- und Herspulen verbunden. »Jetzt können Hörer besser auswählen, zappen oder auch Lesezeichen an Stellen setzen, die für sie besonders interessant sind«, erklärte Knebel den neuen Komfort. Und: Die Aufnahmedauer ist nicht mehr auf 90 Minuten begrenzt. Das befreit die Vorleserinnen von dem oft einengenden Zeitfenster – vor allem in Wochen, in denen viel los ist und die Auswahl der Texte sowieso schwerfällt.

Die Mittelbadische Presse befindet sich mit dieser Umstellung übrigens in guter Gesellschaft: Auch bei den Blindenhörbüchereien wird die gute alte Kassette bis Ende des Jahres ausrangiert, berichtete Knebel. Das gilt auch für Zeitschriftenverlage, die ihre Titel auch in Form von Hörausgaben anbieten.

"Einfach ausprobieren"

In den nächsten Wochen sind jedoch vor allem die ehrenamtlichen Nachrichtensprecherinnen der »Zeitung zum Hören« gefordert: "Learning by doing", gab Ilse Klein als Arbeitsmotto für die nächste Zeit aus. "Wir müssen das Gerät einfach in der Hand haben und ausprobieren", sagte die Rheinauer Vorleserin. »Aber ich freue mich auf das CD- Zeitalter." Renate Reckziegel, Mittelbadische Presse

Auflesertreffen
Bildunterschrift:
"Record" drücken und es kann losgehen: Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden, stellt den Vorleserinnen der »Zeitung zum Hören« ihr neues Arbeitsgerät vor. Von links: Brigitte Laule-Detzer, Adelheid Räpple, Beate Stunder, Michaela Junker, Sysett Twrdy, Sieglinde Tschirner, Margret Seewald. Hinten: Monika Hölder, Ilse Klein, Irene Rohr. Foto: Ulrich Marx/ Mittelbadische Presse

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Lucentis jetzt als Medikament gegen altersbedingte Makula Degeneration

Durchbruch im Streit um Medikament gegen Altersblindheit - Zwangszulassung des Konkurrenzmittels Avastin wohl abgewendet

Düsseldorf - Dem Schweizer Pharmakonzern Novartis ist mit seinem Augenmittel Lucentis in Deutschland ein Durchbruch gelungen. Nach Informationen der WELT haben sich der Konzern und der Bundesverband der AOK knapp acht Monate nach der politischen Debatte um die Erstattung des Medikamentes auf einen millionenschweren Rahmenvertrag geeinigt. Novartis und die größte deutsche Krankenkasse bestätigten die Informationen, wollten sich aber noch nicht zu Details äußern. Das Vertrags-Volumen soll sich im dreistelligen Millionen-Bereich bewegen, heißt es aus dem Umfeld der Verhandlungspartner.

Experten erwarten nun, dass die Bundesregierung ihre Vorbehalte gegen das Medikament aufgeben wird und andere Krankenkassen dem Vorbild der AOK folgen werden. Auch die geforderte Zwangszulassung eines Konkurrenzproduktes könnte damit endgültig vom Tisch sein.

Der Streit um das Augenheilmittel Lucentis, das eine bestimmte Art der Altersblindheit (AMD) behandelt, war der bisher heftigste in der deutschen Gesundheitsbranche um ein einzelnes Medikament. Im vorigen Herbst erreichte die politische Debatte ihren Höhepunkt, als verschiedene Gesundheitspolitiker und einzelne Kassen die Zwangszulassung eines Konkurrenzproduktes zu Lucentis forderten. Es hätte die deutsche Pharmabranche völlig auf den Kopf gestellt. Denn durch die Forderung nach einer Zwangszulassung wäre der Patentschutz der Pharmafirmen unterlaufen worden. Zudem hätten Patienten erstmals unkalkulierbare Haftungsrisiken gedroht.

Hauptstreitpunkt waren die Kosten für Lucentis. SPD-Gesundheitspolitiker und einzelne Krankenkassen warnten vor neuen Milliarden-Kosten durch den Einsatz des Novartis-Medikamentes. Der Schweizer Pharmakonzern selbst warf den Kritikern unseriöse Stimmungsmache und falsches Zahlenmaterial vor. Die Lucentis-Kritiker favorisierten damals das Konkurrenz-Produkt Avastin, das aber eigentlich nur für Darmkrebs-Behandlung zugelassen ist.

Der Hersteller, die Schweizer Pharmafirma Roche, lehnt eine Zulassung von Avastin als Heilmittel gegen Altersblindheit weiterhin ab und warnt vor dem Risiko beim Einsatz: Es gebe keine umfangreiche Studie, die den Einsatz von Avastin bei Altersblindheit untersuchte. Der Streit ging sogar so weit, dass einzelne Krankenkassen Ärzten höhere Honorare erstatteten, wenn sie Avastin zur Behandlung einsetzen.

Aktuell leiden etwa 450 000 Patienten an der speziellen Altersblindheit. Behandelbar sind aber nur die Neuerkrankungen. Ab dem 65. Lebensjahr trifft es jeden Vierten, ab dem 75. Geburtstag sogar jeden Dritten. Die Zahl der Neuerkrankungen wird nach Meinung führender Augenheilkundler in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Der neuen Rahmenvereinbarung von Novartis und AOK ist bereits die Mehrzahl der Landesverbände beigetreten. Sie sieht auch eine Kostenobergrenze für die AOK vor. Verbraucherschützer und Patientenorganisationen begrüßten die Einigung. Der Zugang zum Medikament sei nun leichter und ohne finanzielle Eigenleistung der Patienten möglich. Zudem müssten Erkrankte nun keine Haftungsprobleme mehr fürchten, die bei einer Behandlung etwa durch Avastin gedroht hätten.

Quelle: Die Welt - Ausgabe vom 16.06.2008

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WOCHE DES SEHENS IN FREIBURG

Am 10. Oktober fand die Einweihung der neuen Räumlichkeiten des BSVSB (Blinden- und Sehbehindertenverein SüdBaden e.V.) in der Wölflinstraße 13 in Freiburg statt. Der BSVSB hat einen Teil seiner Räumlichkeiten umgebaut und neu gestaltet und so einen neuen Besprechungsraum mit Multimediaanlage und eine sehbehindertengerechte Lehrküche gewonnen. Welcher Zeitpunkt eignet sich für eine Einweihung nicht besser, als die bundesweite Woche des Sehens.

Herr Knebel
Das Foto zeigt den Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverein - Herrn Knebel
Herr Krebser & Frau Dr. Strittmatter
Das Foto zeigt den Mitarbeiter des Blinden- und Sehbehindertenvereins - Herrn Krebser - im Gespräch mit Frau Dr. Strittmatter (einer selbst sehbehinderten Rat suchenden Person


Hierzu veranstalteten der BSVSB gemeinsam mit Pro Retina – Ortsgruppe Freiburg / Südschwarzwald und der Nikolauspflege einen Informationstag zum Thema ‚Zwischen Sehen und Nicht sehen’ – Diagnostik unter medizinischem, pädagogischen und berufspsychologischem Aspekt.

Herr Dr. Gehrig Der BSVSB nahm diesen Zeitpunkt nun auch zum Anlass, um mit seinen Partnerorganisationen einen Tag rund ums Sehen zu gestalten.

  Gutes Sehen ist nicht selbstverständlich. Häufig fällt das erst auf, wenn die eigene Sehleistung nachlässt oder sogar Erblindung droht. Im Rahmen der Einweihungsfeier zeigten die drei Partner den Besucher/innen die aktuellen Erkenntnisse und eventuelle Lösungsschritte nach einer eingetretenen Sehbehinderung auf.

Die Stiftung Nikolauspflege und die Pro Retina – Ortsgruppe Freiburg / Südschwarzwald traten neben dem Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. als Mitveranstalter auf. Zusätzlich stellte sich die Sehbehindertenschule Waldkirch mit deren Frühförderprogramm vor. Ein Low-Vision-Berater offerierte sein Angebot von vergrößernden Sehhilfen.

Das Surfen im Internet konnte unter fachkundiger Anleitung an einem Computerarbeitsplatz mit Sprachausgabe, Großschrift-Software und Blindenschrift-Display praktisch erprobt werden. Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt.

Inhaltlich gestaltete sich der Tag durch spezielle Fachvorträge: Herr Mischa Knebel, - Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. - eröffnete die Veranstaltung.

Danach sprach Herr Dr. Klaus Gehrig, der Bundesvorsitzende von Pro Retina zum Thema ‚Medizinische Diagnostik bei Sehverschlechterung.

Als nächstes kam Frau Birgitta Weis von der Beratungsstelle der Staatlichen Sehbehindertenschule St. Michael zu Wort und berichtete über Möglichkeiten früher Förderung sehbehinderter Kinder.

Frau WeisHerr Hoffmann & Frau Deckert

Im sich anschließenden Vortrag der Stiftung Nikolauspflege wurde der rote Faden von der kindlichen Entwicklung weiter zur Berufsausbildung geführt. Frau Regine Deckert und Herr Martin Hoffmann erläuterten die Möglichkeiten beruflicher Förderung für blinde und sehbehinderte Menschen bei der Nikolauspflege in Stuttgart und insbesondere die Wohnortnahe Kooperative Berufliche Betreuung (WKB), die Herr Hoffmann von der neuen Regionalstelle Südbaden der Nikolauspflege in Waldkirch koordiniert.

Herr Dietz Passend Zur Mittagszeit wurde in der Vortragsreihe ebenfalls von Essen und Haushaltsführung gesprochen. Trotz Blindheit zu Hause zurecht kommen - Neues Kursangebot Lebenspraktische Fähigkeiten. Herr Michael Dietz, Orientierungs- und Mobilitätstrainer der Nikolauspflege stellte das Angebot vor. Diese Koch- und Haushaltskurse werden zukünftig in der Lehrküche des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. für Interessierte blinde und sehbehinderte Personen angeboten.

Nach so viel Fachwissen wurde es am Nachmittag etwas gemütlicher: Fernsehen ohne Augenlicht - mit Hörkino kein unüberwindbarer Widerspruch. Wir zeigten zur Verdeutlichung den Hörfilm "Der Dritte Mann". Dieser Hörfilm wurde mit zusätzlich eingesprochenen Kommentaren für blinde Fernsehzuschauer versehen. Dazu erläuterte Herr Knebel die technischen Möglichkeiten des Hörfilmempfangs.



Über den gesamten Tag hinweg konnten die Veranstalter insgesamt rund 95 betroffene Besucher/innen zählen, darunter auch TV-Südbaden, das am Abend eine kleine Meldung in den Nachrichten brachte. Besonders gelungen war die Veranstaltung durch die erfolgreiche Kooperation zwischen den Selbsthilfeorganisationen und den Bildungseinrichtungen. Dies ermuntert die Beteiligten zu weiteren Projekten.

Low-Vision-Berater

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Aktionswoche "Mittendrin statt außen vor"

Zur ersten landesweiten Woche behinderter Menschen im Jahre 2008 fanden auch in Südbaden zahlreiche Veranstaltungen statt. Nachstehend zwei Fotos des Aktionstages in Villingen von Mittwoch, 07.05.2008

Blindenparkur
Das Foto zeigt einen Blinden-Parkur, auf
dem die Besucher/innen des Aktuionstages
unter einer Brille, die eine starke Seh-
behinderung simuliert mit dem weißen
Langstock die Situation einer blinden Person
in der Fußgängerzone nachempfinden
konnten.
Gruppenfoto
Das Foto zeigt die Gruppe der Akteure. Wir danken der Albert-Schweizer-Schule für die Unterstützung.



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Rußpartikelfilter wird gefördert

Der Einbau eines Rußpartikelfilters in den Diesel wird mit 330 Euro Steuernachlass belohnt. Wie aber, wenn jemand von der KFZ-Steuerpflicht befreit ist? Die Lösung ist ein Rabatt auf die Werkstattrechnung.

Dazu erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer in einer Pressemitteilung: "Gesellschaftliche Teilhabe bedeutet auch, sich aktiv am Schutz der Umwelt beteiligen zu können. Moderne Behindertenpolitik befasst sich eben längst nicht mehr nur mit Fragen der Fürsorge oder dem Ausgleich von Nachteilen. Moderne Behindertenpolitik will Gleichstellung, Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen. Mit dem Rabatt erhalten behinderte Menschen die gleichen Anreize wie nicht behinderte Menschen, am Umweltschutz teilzunehmen. Sie erhalten eine Ermäßigung für den Filtereinbau von bis zu 330 Euro, was den steuerlichen Vorteilen entspricht."

Die Behindertenbeauftragte sagt in ihrer Pressemitteilung, wie das geht: "Der Kunde oder die Kundin wendet sich an eine A.T.U.-Werkstatt und bittet um die Nachrüstung des Fahrzeuges mit einem Rußpartikelfilter. Gleichzeitig wird der aktuelle KFZ-Steuerbescheid eingereicht, anhand dessen die Steuerbefreiung deutlich wird. Bei einer 100%-igen Befreiung wird von der Werkstatt ein Nachlass von 330 Euro auf die anfallenden Kosten gewährt, bei 50%-iger Befreiung ein Nachlass in Höhe von 165 Euro. Der Rabatt wird direkt von der Rechnung abgezogen.

Die Regelungen betreffen alle behinderten Menschen, die im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit den Merkzeichen "aG", "H", "Bl", "G", "Gl" sind und denen eine (teilweise) Befreiung von der KFZ-Steuer gewährt wurde."

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Navigieren – Jobs suchen – Bewerben

Ein Wegweiser für die Jobsuche im Internet mit Braillezeile und Sprachausgabe

Sehr geehrte Nutzerin, sehr geehrter Nutzer,
eine jetzt vorliegende CD wurde im Rahmen des Projekts JobBSI – Jobsuche für Blinde und Sehbehinderte via Internet - von der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte (ehemals Stiftung Blindenanstalt Frankfurt a. M.) in Kooperation mit der Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte (RES) der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg erstellt. Das Projekt JobBSI wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung gefördert.

Die vorliegende CD besteht aus drei voneinander unabhängigen Teilen. Die Dateien liegen jeweils im Word-, rtf und html-Format vor. Ein Teil der Dateien steht als Version mit und ohne Screenshots zur Verfügung. Die Screenshots sind als gestalterische Auflockerung der Texte für die sehenden Leser zu verstehen, aber nicht als systematische Bebilderung der beschriebenen Arbeitsschritte.

Teil 1: Navigation im Internet

Hier finden Sie einen umfangreichen Internet-Lehrgang, der Ihnen die Möglichkeit bieten soll sich entweder

  • mit JAWS und/ oder - dem WebFormator selbständig oder zu Lehrzwecken in den Umgang mit
  • dem Internet Explorer
  • der Navigation auf Webseiten
  • dem E-mail-Programm Outlook Express einzuarbeiten.

Teil 2: Jobsuche im Internet

Dieser Teil enthält eine allgemeine Einführung zu Jobbörsen im Internet sowie Anleitungen zur Nutzung von ausgewählten Stellenbörsen, insbesondere der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit unter arbeitsagentur.de.

Unser Ziel ist, dass Sie mit Hilfe der Tipps, die Sie im ersten allgemeinen Teil zur Navigation im Internet erhalten, in der Lage sind, sich selbständig durch Jobbörsen zu bewegen, wenn unsere Anleitungen nicht mehr aktuell sind oder Sie andere Jobbörsen nutzen möchten.

Teil 3: Bewerben

Teil 3 ist ein Ratgeber zum Thema Bewerben um eine Arbeitsstelle. Der Ratgeber enthält Informationen zur Erstellung einer schriftlichen Bewerbung und zum Vorstellungs-gespräch. Hierbei wird auch auf Besonderheiten bei einer Bewerbung per Internet eingegangen. Daneben werden Tipps zur Darstellung der eigenen Behinderung in der Bewerbungsmappe und zum Umgang mit der Behinderung während des Vorstellungsgesprächs gegeben.

Ergänzt wird der Ratgeber durch eine Übersicht zum Thema „Behinderte Menschen im Beruf“, die die verschiedenen Förder- und Beratungsangebote für Arbeitgeber und Arbeitnehmer darstellt. Diese Übersicht stammt aus der Zeitschrift ZB, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen im Zusammenwirken mit der Bundesagentur für Arbeit herausgegeben wird und die wir mit der freundlichen Genehmigung des Verlags veröffentlichen dürfen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Jobsuche im Internet!

Ihre Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte
Telefon: 069/9551240
E-Mail:info@sbs-frankfurt.de

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Impulse für die Integration

Lörrach (nr). Der Behindertenbeirat der Stadt Lörrach hat seine Arbeit vor vier Monaten aufgenommen. Hervorgegangen ist er laut Behindertenkoordinator Jan Wenner aus dem „Lokale Agenda“-Prozess vor zwei Jahren. Außerdem hätten verschiedene Selbsthilfegruppen zur gleichen Zeit Initiativen für mehr Einfluss gestartet.

Der Behindertenbeirat hat laut Geschäftsordnung eine beratende Funktion für den Lörracher Gemeinderat und unterstützt ihn durch Anregungen, Empfehlungen und Stellungnahmen in allen Fragen, die für Menschen mit Behinderungen von Belang sind.

Außerdem gibt der Behindertenbeirat wichtige Impulse für die Integration von Menschen mit Behinderungen.

Zu den Aufgaben gehört insbesondere die Beratung über allgemeine Probleme und Anliegen von Behinderten und deren Interessenvertretung. Auch Maßnahmen zur Realisierung gleichberechtigter Teilhabe und Integration liegen im Aufgabenfeld des Behindertenbeirates. Außerdem soll er die Öffentlichkeit für die Probleme und Belange von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und bei der Planung und Entwicklung von Konzepten im Bereich der Behindertenhilfe mitwirken.

In den ersten vier Monaten der Tätigkeit wurden laut Dirk Furtwängler, dem Vorsitzenden, Ideen gesammelt und die Aufgaben verteilt.

Eine erste Beiratssitzung wurde schon abgehalten. Furtwängler lobt besonders die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Die erste größere Aktion war der gestrige Stadtrundgang mit Vertretern der Stadt (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite).

Für die Zukunft gibt es viele Pläne. So soll ein regelmäßiger Stammtisch in einem behindertenfreundlichen Lokal eingerichtet werden, einen Stadtplan für Behinderte will man auflegen und für den Landesbehindertentag wird eine Präsentation vorbereitet. Als konkretes Projekt für die Stadt stehe in nächster Zeit die seniorengerechte Gestaltung des Kreisels in der Basler Straße an, den man im Moment nicht mit dem Rollator passieren könne, so Furtwängler.

Demnächst feiert die Interessengemeinschaft Miteinander, die behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen bringen will, ihren zehnten Geburtstag.

Unsere Zeitung erinnert an die Anfänge des Vereins und den aktuellen Stand der Behindertenarbeit in Lörrach. Auch anhand der Tätigkeit des kürzlich eingerichteten Behindertenbeirats, der gestern zu einer ersten größeren Aktion eingeladen hatte: einem ungewöhnlichen Stadtrundgang mit Behinderten.

Quelle: Oberbadische Presse vom 13.10.2007

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Sensibilisierung im Selbstversuch

Badische Zeitung vom Dienstag, 16. Oktober 2007
Behindertenbeirat organisiert ungewöhnlichen Stadtrundgang für Verwaltung und Gemeinderat / "Das ist eine andere Perspektive"
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. In puncto Behinderten freundlichkeit ist Lörrach auf einem guten Weg. Das attestierte den Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderates Micha Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden, nach dem gemeinsamen Rundgang, den der Behindertenbeirat der Stadt organisiert hatte (wir berichteten). Dabei tat sich auch Handlungsbedarf auf.

Der ungewöhnliche Selbstversuch habe sensibilisiert, auch dafür, "dass Behinderte Schwierigkeiten haben, wo wir sie nicht sehen" , resümierte Bürgermeisterin Marion Dammann nach eineinhalb Stunden Rollstuhlfahrt über den Bahnhofplatz, mit Straßenüberquerungen, Unterführung, Fahrten über Rampen und mit dem Aufzug im Bahnhof und der Rückkehr zum Rathaus. Jürgen Nef (Straßen/Verkehr/Sicherheit), mit den Wünschen der Behinderten im Straßenverkehr konfrontiert, sagte: "Das ist eine andere Perspektive." Fachbereichsleiter und Gemeinderäte nahmen das Angebot an, diese Perspektive im Rollstuhl und unter der Dunkelbrille kennenzulernen.

"Man ist da ziemlich hilflos" , beschrieb Dionys Guggemos seine Erfahrungen als "beinah Blinder" . "Man nimmt die Geräusche intensiver wahr," ergänzte Günter Schlecht. "Es ist mühsam, man ist auf jede Hilfe angewiesen" , sagte Hans-Dieter Böhringer. Die drei Stadträte wurden in ihrem selbst gewählten Dunkel von Sehenden begleitet und eingewiesen von Michael Dietz, Mobilitätstrainer bei der Nikolauspflege (Stiftung für blinde und Sehbehinderte Menschen, Stuttgart), im Gebrauch des weißen Stockes und der Nutzung von Gegebenheiten wie Wegrändern, Bordsteinkanten oder den wechselnden Tönen der Blindenampel. Man muss als Blinder oder Sehbehinderter viel Vertrauen in seine sehenden Mitmenschen haben, dass die sich offenen Auges und Rücksicht nehmend im Straßenverkehr bewegen, ob als Fußgänger oder Autofahrer oder Radler. Auch das war eine Erfahrung dieses Versuchs mit kalkulierbarem Risiko.

Während die Drei unter der Dunkelbrille sich mit den Füßen über Treppenstufen tasteten als müssten sie rohe Eier umlaufen, sahen sich die Tester des rollstuhlfreundlichen Lörrach an manchem Randstein einem unüberwindlichen Hindernis gegenüber. Ohne zupackende Hilfe geht da nichts. Aber auch die von Radlern auf dem Bahnhofsplatz elegant passierten Rampen sind für unmotorisierte Rollstuhlfahrer schon nicht zu bewältigende Herausforderungen. "Fürchterlich anstrengend" , fand Inge Gula die Rollstuhlrunde. Und alle waren froh, dass für diesmal helfende Hände im Bedarfsfall sofort unterstützend eingriffen.

Dass gut gemeint nicht wirklich gut sein muss, machte Irena Rietz vom Rolli netzwerk und stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirats am Behindertenparkplatz vor dem Rathaus deutlich. Näher können Behinderte hier gar nicht ans Rathaus heranfahren, soweit die gute Seite der Sache, aber da hier das Auto schräg steht, sind Ein- und Aussteigen überaus mühsam. Manch einer schafft es auch nicht mit dem Rutschbrett vom Auto in den Rollstuhl. Hohe Bordsteine an Behindertenparkplätzen sind ebenso hinderlich und Behindertenbeirat Heinz Bernhard wünschte, den schrägen Behindertenparkplatz an der Stadtbibliothek möglichst bald einzuebnen.

Andererseits: Inzwischen sind an mehr als einem Dutzend Fußgängerüberwegen in der Stadt und in Stetten die neuen weißen Rillenplatten neben dem abgesenkten Bordstein verlegt, eine Hilfe für Blinde und Sehbehinderte und für Rollstuhlfahrer gut passierbar.

Die Aktion war nützlich, da waren Bürgermeisterin Marion Dammann und der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Dirk Furtwängler, einig. Er nutzte gleich die Gelegenheit zur frühzeitigen Mitsprache bei neuen Projekten, wie das dem Beirat zugedacht ist, und forderte den Verzicht auf einen Kreisel an der Schwarzwald-/Gretherstraße zugunsten der Kreuzung mit Blindenampel.

Das Beispiel zeigt: Die Abwägung der verschiedenen Interessen wird mitunter schwierig bleiben und die Lösung nicht alle froh machen. Verwaltungsmitglieder und Gemeinderäte versprachen nach diesem Selbstversuch, mehr Augenmerk auf die Bedürfnisse der Behinderten zu legen. Sie stellten aber auch, wie Dionys Guggemos fest, "man muss jeden Tag dankbar sein, wenn man gehen und sehen kann" .

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Wenn drei sich streiten, erblindet der Vierte

Neue Medikation für Personen mit altersabhängiger Makula Degeneration

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. weist in einer Presseerklärung vom 28.08.2007 auf unhaltbare Zustände bei der Versorgung von Augenpatienten hin.

Rudolf K. (74) sieht seine Umwelt nur noch schemenhaft, vor seinen Augen biegen sich Linien und Strukturen, die Orientierung im Alltag geht ihm verloren.

"Feuchte altersabhängige Makula-Degeneration" (AMD), so die Diagnose des Augenarztes. Rund 485.000 Betroffene leiden bundesweit an dieser Augenkrankheit (Quelle: "Der Ophtalmologe" 9/2006). Einem Teil von ihnen kann mit einem neuen Medikament geholfen werden – wenn Mediziner schnell handeln. Tun sie dies nicht, ist der Verlust der Sehkraft meist irreversibel. Jeder Tag zählt.

Am 24. Januar 2007 wurde das Arzneimittel Lucentis zugelassen, das in bestimmten Fällen eine Erblindung verhindern kann. Seitdem findet eine heftige Auseinandersetzung um die Kosten statt. Beteiligt daran sind das Pharmaunternehmen Novartis, die Krankenkassen und die Augenärzte. Erschwerend kommt hinzu, dass ein alternatives, jedoch nicht für die Anwendung am Auge zugelassenes, preiswerteres Medikament existiert. Der Streit hat dazu geführt, dass Lucentis ein halbes Jahr nach der Zulassung noch immer nicht zur Regelversorgung geworden ist.

Für die Augenpatienten ist eine äußerst unübersichtliche Situation entstanden. Je nach Augenarzt wird ihnen Lucentis, ein anderes Medikament oder gar das Abwarten empfohlen. Auch die Qualität der Verabreichung (es geht immerhin um eine Injektion in den Augapfel unter OP-Bedingungen) und die Höhe der verlangten Zuzahlung variieren erheblich.

Viele der Betroffenen (Durchschnittsalter über 70 Jahre) leben allein und sind nicht in der Lage, durch eigene Recherchen eine geeignete und qualitativ einwandfreie Therapie zu finden. "Während hier lautstark gestritten wird, erblinden in den Kulissen des Konfliktes still und leise die Betroffenen", fasst DBSV-Präsidentin Renate Reymann die Situation zusammen.

Exkurs 1: Krankheit und Therapie

AMD steht für "altersabhängige Makula-Degeneration" und ist laut WHO mit Abstand die häufigste Erblindungsursache in Deutschland ("Der Augenarzt", Dezember 2005). Bei der so genannten "feuchten AMD" (20 Prozent aller AMD-Fälle) entstehen krankhafte Gefäße unter der Makula, so nennt man die Stelle des schärfsten Sehens. Die feuchte AMD führt zu Verzerrtsehen, Verlust der Lesefähigkeit und später Erblindung. Die Krankheit schreitet wesentlich schneller voran, als die trockene AMD, bei der Behandlung ist größte Eile geboten.

Lucentis ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Ranibizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Novartis. Lucentis ist das einzige in Deutschland zugelassene Medikament, das die Sehkraft von Patienten mit feuchter AMD im Durchschnitt verbessert, wie in diversen Studien eindeutig bewiesen wurde. Die Einzeldosis kostet 1.523,26 Euro, Verabreichung zu Beginn dreimal im Vierwochenabstand, danach individuelle Behandlungsfrequenz.

Avastin ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Bevacizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Genentechs Muttergesellschaft Roche. Avastin ist seit Frühjahr 2005 zugelassen, aber nur zur Behandlung von Darmkrebs. Roche hat kein Interesse an einer Zulassungserweiterung. Avastin wurde trotzdem auch zur Behandlung der feuchten AMD eingesetzt, eine derartige zulassungsüberschreitende Anwendung nennt man "Off-Label-Use" (OLU). Laut Rechtssprechung des Bundessozialgerichts (März 2002) kann OLU nur unter der Bedingung stattfinden, dass es keine zugelassene Behandlungsalternative gibt. Das bedeutet: Seit der Zulassung von Lucentis kann Avastin nicht mehr im OLU verabreicht werden.

Avastin wird aber nach wie vor verabreicht, Grund: Der Preis von Avastin wurde seinerzeit für den hochdosierten Einsatz gegen Darmkrebs kalkuliert, für die Behandlung der feuchten AMD braucht man gerade mal einen Bruchteil der Darmkrebs-Dosis. Aus einer Darmkrebs-Dosis kann man also viele Einzeldosen für die AMD-Behandlung gewinnen, Preis pro Einzeldosis zwischen 10 und 50 Euro, die Angaben variieren.

Risiken/Haftung: Im Rahmen des Zulassungsverfahrens wurden für Lucentis Studien durchgeführt, die ermittelten Nebenwirkungen, beispielsweise Augenschmerzen, stehen im Beipackzettel. Sollten sich Langzeitfolgen herausstellen, liegt die Haftung beim Unternehmen Novartis.

Für Avastin wurden – bezogen auf das Anwendungsgebiet feuchte AMD – keine Zulassungsstudien durchgeführt, Nebenwirkungen sind demzufolge "offiziell" nicht bekannt. In einem Vertrag, den einige Krankenkassen zur Avastinverabreichung abgeschlossen haben (siehe unten), werden Augeninnendrucksteigerungen, das Fortschreiten einer bestehenden Linsentrübung etc. genannt.

Ein Arzt, der nach dem 24. Januar 2007, sprich: nach der Zulassung von Lucentis, immer noch Avastin verabreicht, trägt das volle Haftungsrisiko. Ob die Versicherung des Arztes für Schäden aufkäme, die durch eine derartige Verabreichung entstehen, ist mehr als fraglich, wahrscheinlich müsste der Ausgang eines Gerichtsverfahrens abgewartet werden.

Exkurs 2: Die Konfliktparteien

Novartis, weltweit der fünftgrößte Pharmakonzern, ist mit 30 Prozent an Roche beteiligt und steht wegen des Preises für Lucentis in der Kritik ("Kapitalismus pur!", Zitat Prof. Gerd Glaeske, Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheitswesen, in den Tagesthemen vom 16. Mai 2007). Die Preisbildung ist nicht transparent, Novartis argumentiert mit Overhead-Kosten und Forschungskosten für Medikamente, die nicht die Marktreife erreichen. Auf den Vorwurf, die Gesamtkosten für Lucentis würden das Budget der Krankenkassen explodieren lassen (Beispielschätzung in der o.g. Tagesthemensendung: sieben Milliarden jährlich), hat der Konzern mit dem Angebot einer Deckelung der Kosten auf 315 Mio. jährlich bundesweit reagiert. Das Angebot wurde von den Kassen bisher nicht aufgegriffen.

Die Krankenkassen verhandeln mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wie hoch die angemessene Vergütung für eine Injektion in den Augapfel ist. Die Verhandlungen finden im so genannten Bewertungsausschuss statt, dort soll eine "EBM-Ziffer" gebildet werden. ("EBM" bedeutet "Einheitlicher Bewertungsmaßstab", so heißt das Vergütungssystem für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.) Sobald eine solche EBM-Ziffer gebildet ist, bedeutet das die Regelversorgung, der Arzt kann dann direkt mit den Krankenkassen abrechnen. (Im Moment muss vor jeder Verabreichung von Lucentis die Kostenzusage der Krankenkasse abgewartet werden.)

Einzelne Krankenkassen haben Verträge über die Verabreichung von Avastin abgeschlossen, siehe unten, Novartis hat dagegen juristische Schritte eingeleitet (Antrag auf einstweilige Anordnung beim Sozialgericht Nürnberg).

Die Augenarztverbände sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung (in "Der Ophtalmologe" 7/2007) für Lucentis als Medikament der ersten Wahl bei der Behandlung der feuchten AMD aus.

Einige Augenärzte haben aber mit Krankenkassen Avastin-Verträge unterschrieben, die a) trotz fehlender Voraussetzungen off-label-use bedeuten, b) in der so genannten "Patientenaufklärung" Lucentis als den "weniger effektiven therapeutischen Weg" bezeichnen, c) die entsprechenden Augenärzte finanziell belohnen. (Diese Verträge vergüten die Injektion in den Augapfel mit 400 Euro, der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hat seinen Mitgliedern vorgeschlagen, eine solche Injektion einheitlich mit 300 Euro abzurechnen, die tatsächliche EBM-Ziffer, siehe oben, wird wahrscheinlich um einiges darunter liegen.)

Der BVA beklagt die "unbefriedigende Situation der Kostenvoranschläge und Kostenzusagen" und weist darauf hin, "dass der 'bürokratische Hürdenlauf' oftmals den optimalen Behandlungszeitpunkt verzögere und so irreversible Sehverschlechterungen bei Patienten einträten". (Ophthalmologische Nachrichten vom 09.07.2007)

(Ende der Exkurse)

Die Patienten sind die eigentlichen Leidtragenden. Auf dem Weg zum Medikament der ersten Wahl müssen sie zahlreiche Hürden überwinden:

  • sie müssen selbstständig recherchieren
  • sie müssen in einer chaotischen Informationssituation unter erheblichem Zeitdruck die richtige Entscheidung treffen
  • sie müssen einen qualifizierten Arzt mit Sachkenntnis zur aktuellen AMD-Therapie finden
  • sie müssen ihre Medikamentenwahl gegenüber der Krankenkasse durchsetzen
  • sie müssen selbst auf die Qualität der Therapie achten

Da die Patienten im Durchschnitt über 70 Jahre alt sind, ist bei vielen von ihnen ein Scheitern an diesen Hürden vorprogrammiert.

Solange Vertreter der Pharmabranche, der Fachärzte für Augenheilkunde und der Krankenkassen sich nicht auf einen standardisierten Weg der Kostenübernahme einigen, erblinden unbemerkt diejenigen, die sich aufgrund ihres Alters nicht wehren können. Die optimale Versorgung der Patienten scheitert am Streit ums Geld.

Augeninjektion Die neuen Medikamente zur Behandlung der feuchten Form der Altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) werden direkt ins Auge gespritzt Bildnachweis: Universitätsaugenklinik Ulm (Prof. Lang)

"Ist das deutsche Gesundheitssystem nicht in der Lage oder einfach nicht willens, moderne Therapien im Interesse der Patienten schnell einzuführen?", fragt Renate Reymann. "Die Regelversorgung automatisiert das Verfahren und sorgt für Qualitätssicherung. Und sie ist schlicht und ergreifend überfällig."


Quelle: Die Gegenwart 10/2007

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Internetseite zeigt Augenpatienten den Weg zur Therapie

Pressemitteilung / 5. Juni 2007

Neue Medikamente zur Behandlung der feuchten Makula-Degeneration Internetseite zeigt Augenpatienten den Weg zur begehrten Therapie Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni gibt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) praktische Hinweise für die Betroffenen der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD). „Bestehen Sie auf kurzfristiger Untersuchung!“, heißt es beispielsweise auf der neuen Serviceseite des Verbandes http://www.dbsv.org/Makula (Link öffnet in separatem Fenster), die aber unter anderem auch verrät, wie man die Qualifikation eines Augenarztes für dieses spezielle Gebiet testen kann.

Grund für die ungewöhnlichen Ratschläge ist die Situation nach dem Markteintritt neuer Medikamente. Ein Milliardengeschäft wird erwartet, Ärzte, Krankenkassen und Pharma-Industrie verhandeln auf unabsehbare Zeit über Preise, Tarife und Konditionen. DBSV-Präsidentin Renate Reymann findet diesen Schwebezustand unerträglich: „Es kann doch wohl nicht sein, dass AMD-Patienten auf eine klare Regelung warten, während in ihrem Auge womöglich gerade ein akuter Schub stattfindet“, sagt sie. „Die Medikamente sind da, also erklären wir als Selbsthilfeorganisation den Menschen, wie sie drankommen.“

Die Serviceseite berichtet über die neuen Behandlungsmöglichkeiten, informiert über Kosten und Erstattungsmöglichkeiten – und muss leider auch viele der ca. 2 Mio. AMD-Betroffenen in Deutschland enttäuschen. Mindestens 80 Prozent von ihnen leiden nämlich an der trockenen Form der AMD. Ihnen kann keines der neuen Medikamente helfen.

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Hermann Glaser, * 2. Mai 1927, † 18. August 2007, beigesetzt am 23. August 2007 in Waldkirch-Kollnau (Breisgau)

Hermann Glaser wurde in Strümpfelbrunn (heute: Waldbrunn) im Odenwald geboren. Nach Krieg studierte er in Heidelberg, Köln und Düren. Als Sonderpädagoge wurde er bereits 1955 stellvertretender Schulleiter der Staatlichen Blindenschule Ilvesheim. 1971 richtete er im Auftrag des Kultusministeriums von Baden-Württemberg in Waldkirch im Breisgau die erste Heimsonderschule ausschließlich für Sehbehinderte in Deutschland ein, die er bis zu seiner Pensionierung 1989 leitete. – In seiner knapp bemessenen Freizeit widmete sich Hermann Glaser seiner großen Familie und engagierte sich darüber hinaus in der Paul-Gerhardt-Gemeinde Kollnau, vor allem im Kirchenchor.

Kinder werden nicht erst zu Persönlichkeiten – sie sind es bereits. Diese von Janusz Korczak so treffend formulierte Weisheit wird selbst von engagierten Pädagogen gelegentlich vergessen. Hermann Glaser lebte diesen Ausspruch über Jahrzehnte. – Versetzen wir uns also in die Situation eines Kindes, eines Jugendlichen in der Sehbehindertenschule Waldkirch in den 1970er und 1980er Jahren. Wenn der Direktor auftaucht, ist das vielerorts Anlass, sich dünn zu machen – Gespräche verstummen, bleierne Verlegenheit macht sich breit. – Bei uns war es umgekehrt: Hermann Glaser übte geradezu magnetische Anziehungskraft aus! Wenn er auftauchte – und das tat er oft, da er sich nicht im Büro versteckte –, dann war er sogleich von einigen Bewohnern des Hauses umringt. Spontan entstanden lebhafte Gespräche, die er meist mit seiner ruhigen, sonoren Sprechweise im gemütlichen Odenwälder Dialekt anregte. Selbst in ernsten Angelegenheiten glaubte man stets, ein leises Lachen in seiner Stimm zu hören; sie bildete gleichsam den basso continuo. Und wie die Musiker von Barockensembles (die hörte Hermann Glaser besonders gern) sich auf ihren Generalbass-Spieler stützen, so konnten wir unserem Schulleiter buchstäblich blindlings vertrauen – ebenso unsere Eltern. Wie weit dieses Vertrauen reichte, zeigt folgende kleine Begebenheit: In einer verfahrenen Situation drohte eine Erzieherin einem Schüler, den Chef zu holen. Darauf der Delinquent: „Fein, machen Sie das, der wird mich bestimmt verstehen. Mit Herrn Glaser können wir nämlich zu jeder Zeit über alles reden!“ Hermann Glaser kannte uns alle, kannte unsere großen und kleinen Sorgen, von dem ihm jede wichtig genug war, um darauf einzugehen. Wir mussten uns zum Glück nie vor dem Direktor fürchten. Als solcher angesprochen zu werden oder aufzutreten, hatte er nicht nötig. Selten habe ich ihn in Anzug und Krawatte gesehen und ihn nie laut oder hektisch reden gehört. Dafür sprach er gerne, freundlich und vernünftig mit uns. – Gelassenheit und Ruhe vermochte Hermann Glaser auf viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übertragen. Dadurch entstand – verglichen mit anderen Schulen – ein wesentlich entspannteres Klima. Auch das haben wir – bis hinein in winzige Details – deutlich gespürt. So war etwa der Dienstwechsel der Erzieherinnen stärker an unseren Lebensgewohnheiten orientiert als in anderen Internaten. Vielen von uns Heranwachsenden schenkte Hermann Glaser aber weitaus mehr als ein gewissenhafter und aufgeschlossener Schulleiter. Oft sorgte er für eine Ausbildung, die exakt auf die Bedürfnisse des einzelnen zugeschnitten war. So ersparte er zum Beispiel mir und meiner kleinen Familie viele schwere Jahre der Trennung im Grundschulalter und ermöglichte mir später den Besuch des Gymnasiums als Integrationsschüler in Waldkirch – 1975 eine Sensation. Ohne Hermann Glasers Initiative wären mir Abitur und Studium verwehrt geblieben. Ich weiß, dass derlei beherzte Entscheidungen vielen von uns zugute kamen, nicht immer leicht waren und mitunter nicht den Weisungen der Vorgesetzten folgten. Auf seine Gesundheit, die persönliche Karriere oder den Wortlaut von Paragraphen achtete Hermann Glaser dabei offenbar wenig. – Er verkörperte damit das Pauluswort Der Buchstabe tötet, der Geist aber vermag lebendig zu machen (2 Kor 3, Vers 6).

Unsere christliche Hoffnung für Hermann Glaser möchte ich in dem Wunsch ausdrücken, mit dem die katholische Liturgie die Verstorbenen entlässt: Mögen Engel dich zum Paradies geleiten! – Uns allen, die wir um Hermann Glaser nun trauern, wünsche ich einen standhaften und konkreten Glauben an die Auferstehung. Vielleicht vermag uns gerade die Erinnerung an diesen großartigen Menschen darin zu bestärken. Denn Erinnerung bedeutet nicht, die Asche anzubeten, sondern das Feuer weiterzugeben (nach Gustav Mahler).

In großer Dankbarkeit!

Markus Zimmermann M. A. March-Buchheim

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Macher & Märkte

Seit Hartz IV in Kraft getreten ist, sind die Jobchancen für arbeitslose Schwerbehinderte deutlich schlechter geworden. Der Grund: "Bei der Abfassung der Gesetze zur Arbeitsmarktreform haben Ministerialbeamte und Parlamentarier die Schwierigkeiten gehandikapter Menschen schlicht vergessen", klagt der Geschäftsführer des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Michael Richter.

Vor der Reform konnte die Bundesagentur für Arbeit (BA) Unternehmen feste, bundeseinheitliche Zusagen für Eingliederungshilfen machen, wenn diese bereit waren, Schwerbehinderte einzustellen. Seit der Reform kann die BA dies nur noch für Empfänger des Arbeitslosengeldes I tun, die schwerbehindert sind. Für alle, die Arbeitslosengeld II bekommen, entscheiden nun die Wohnortverwaltungen, ob und in welcher Höhe Eingliederungsmittel bewilligt werden.

Folge: Die Zuschüsse für Firmen, die Schwerbehinderte einstellen, variieren von Arbeitsgemeinschaft zu Arbeitsgemeinschaft. Süddeutsche gewähren deutlich niedrigere Hilfen als Arbeitsgemeinschaften in den neuen Ländern, auch wenn sich die Behinderten um den gleichen Job beispielsweise in Frankfurt bewerben.

Noch in einem anderen Punkt hat Hartz IV die Jobsuche Schwerbehinderter erschwert. In den so genannten Optionskommunen, das sind die Kreise, die die Vermittlung von Empfängern des Arbeitslosengeldes II in Eigenregie übernommen haben, darf die BA die Beschäftigung Schwerbehinderter nicht mehr mit Geldern aus der Ausgleichsabgabe fördern.

Diese Ausgleichsabgabe müssen Arbeitgeber zahlen, die die gesetzlich vorgeschriebene Schwerbehindertenquote nicht erfüllen. Sie fließt an die Integrationsämter. 30 Prozent dieser Mittel stehen der BA zur Verfügung, um beispielsweise Einarbeitungs- und Gehaltszuschüsse für Schwerbehinderte zu gewähren. Doch zahlen darf die BA das Geld nur, so schreibt es das Gesetz vor, wenn sie an der Maßnahme selbst beteiligt ist. Das aber ist sie bei den Vermittlungsbemühungen der Optionskommunen nie.

Keyvan Dahesch

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Gefahren auch für Blinde - Stadtbegehung in Schopfheim

Oberbadisches Volksblatt Samstag 9. September 2007

(ma). An der Bereisung der Innenstadt durch das Rollinetzwerk beteiligte sich auch Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins. Munz, der für Umwelt und Verkehr zuständig ist, bemängelte vor allem fehlende Rillen bei Zebrastreifen und fehlende Blindenampeln.

Als eine echte Gefahr stellten sich zwei Verkehrsschilder dar, die zu tief hängen. Das eine befindet sich an der Kreuzung Roggenbach- / Himmelreichstraße, das andere in der Scheffelstraße. Eigentlich gilt hier 1,90 Meter Unterkante, hieß es, doch besagte Schilder hängen tiefer, so dass sich Fußgänger an den scharfen Kanten verletzen können. Vor allem für Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen können, stellen die Verkehrsschilder eine Gefahr dar.

Holper- und Stolperfahrt übers Pflaster Wer mit dem Rollstuhl unterwegs ist, begibt sich in Gefahr / Mit dem Rollinetzwerk auf Achse

Schopfheim (ma). Steile Bordsteine, fehlende Übergänge, Kopfsteinpflaster, abfallende Bürgersteige - wer in Schopfheim mit einem Rolli unterwegs ist, muss sich unfreiwillig in brenzlige Situationen begeben. Das demonstrierte erstmals das Rollinetzwerk eindrucksvoll bei einer Befahrung durch die Innenstadt.

Vollgestellte und zugewachsene Gehwege, Gullydeckel mit großen Rillen: Wer hier unterwegs ist, muss sich im Zick-Zack-Kurs fortbewegen - oder kommt erst gar nicht zum Ziel. Es geht nicht um eine Handvoll Rollstuhlfahrer, erläuterte dabei Irena Rietz, Vorstandsvorsitzende des Rollinetzwerks. Auch für Eltern mit Kinderwagen und Senioren (mit Rollator) sei es schwierig, eine Straße zu überqueren, bedarf es langer, anstrengender Umwege, um zum Ziel zu kommen.

Bei der Begutachtung machten sich zahlreiche Rollstuhlfahrer und Grünen-Stadtrat Ernest Barnet auf den Weg, und schnell wurde deutlich, dass es sich nicht um einzelne neuralgische Punkte handelt, sondern um Hürden allerorten, mit denen Rollifahrer zu kämpfen haben - und auch Begleiter, die einen Menschen im Rollstuhl schieben.

Ausgangspunkt war das Sanitätshaus Lopez. Dort machte sich erstmal Enttäuschung unter den Rollifahrern breit, da die beiden Vertreter der Stadtverwaltung, die bei der Begehung dabeisein sollten, nicht erschienen.

Das Rollinetzwerk, dem mehr als 75 Mitglieder im Landkreis angehören, beschloss, das Vorhaben trotzdem durchzuziehen: Über die Straße Am Stadtgraben führte der Weg durch die Wallstraße über die Austraße bis an die relativ neue Nordumfahrung. Und selbst dort - beim neu geschaffenen Bereich mit Kreisel - hatten die Rollifahrer mit Hindernissen zu kämpfen.

Ein Bürgersteig in der Mattenleestraße, der sich plötzlich so verengt, dass die Rollstuhlfahrer auf die Straße ausweichen (bei erlaubtem Tempo 50 für Autofahrer) und sich auf dem Kreisel weiterbewegen müssen - eine klassische Gefahrensituation. Zebrastreifen fehlen, es gibt nur holprige Pflasterungen - ein Rollifahrer wäre fast umgekippt, wenn er nicht von einer Begleiterin aufgefangen worden wäre. Die Bordsteinabsätze sind beim Kreisel Nordumfahrung zwar abgeschrägt, aber für Rollifahrer viel zu steil. Es dauert lange, bis jeder Rollifahrer dieses gefährliche Hindernis bewältigt hat - alles bei vorbeirauschendem Verkehr.

Für Irena Rietz, Gründerin des Rollinetzwerks, ist genau das der Punkt: Das ist ja alles gut gemeint. Wir sagen ja auch nicht, dass die Stadt nichts macht zur Verbesserung der Situation für Rollstuhlfahrer. Aber warum fragt die Stadt nicht Betroffene, wenn sie so etwas macht?

Das Rollinetzwerk indes hat eine umfangreiche Dokumentation erstellt, in der genau aufgelistet ist, was in Schopfheim getan werden könnte. Dazu gehört auch die Schaffung von Zugängen bei Ämtern und Geschäften. Die Gesetzeslage ist laut Landesbauordnung so, dass vorhandene Gebäude nicht umgebaut werden müssen, bei Um- und Neubauten aber müssen barrierefreie Zugänge geschaffen werden, sagte Irena Rietz, die seit 2003 nach einem Unfall querschnittgelähmt ist.

Doch oft würden DIN-Norm-Empfehlungen, etwa bei Rampen, nicht eingehalten, diese fielen dann zu steil aus. Eine Problemzone stellt übrigens auch die Kreuzung Roggenbach- / Himmelreichstraße dar.

Dort müssen Rollifahrer ebenfalls Umwege in Kauf nehmen, um die Straßen zu überqueren. Auch auf dem Weg zum Bahnhof gab es, zum Beispiel auf dem Zebrastreifen in der Wehrer Straße, Probleme.

Irena Rietz wies auf ein Steinverbundsystem hin, das Rollifahrern das Unterwegssein erleichtert. Es geht nicht darum, Zugeständnisse zu machen, betont sie, sondern um Teilhabe. Eine Stadt könne es sich nicht mehr leisten, Menschen auszugrenzen, denn es gibt immer mehr Rollstuhlfahrer. Nicht nur die demografische Entwicklung gibt Irena Rietz Recht.

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Selbsthilfe kein Selbstläufer

DAKfördert Organisationen mit 12.500 Euro

Freiburg, 28.08.2007

Scheckübergabe
Das Bild zeigt den Geschäftsführer der DAK Herrn Burgert (links) und Herrn Knebel (rechts) während der Scheck übergeben wird.
Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in den Selbsthilfeorganisationen gehört zu den traditionellen Bewältigungsformen von Krankheiten und Behinderung und bilden neben der ambulanten ärztlichen Behandlung, stationären Krankenhausbehandlung, Rehabilitationsmaßnahmen die vierte Säule im deutschen Gesundheitswesen. In Deutschland haben sich etwa 3 Millionen Menschen in rund 70 000 Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen.

Die DAK unterstützt seit Jahren die Aktivitäten der Selbsthilfe im gesundheitsbezogenen Bereich. In diesem Zusammenhang überreicht Sigmar Burgert, Geschäftsführer der DAK Freiburg einen Scheck über 11.000 Euro an Horst Ganter, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. 

Einen Scheck über 1.000 Euro erhält Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden e. V. Für den Kreuzbund e. V. in Freiburg nimmt der Vorsitzende Helmut Wienecke einen Scheck über 500 Euro entgegen. Die Mittel der DAK werden für gezielte Projekte und für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Mit der finanziellen Förderung der Selbsthilfe trägt die DAK dem gestiegenen Stellenwert der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe Rechnung und leistet einen erheblichen Beitrag zu ihrer Stärkung und Planungssicherheit.

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Ein Blinder zu Besuch in Religion / Spannender Besuch

Aus unserer Arbeit

 

An einem Mittwoch erwarteten wir einen besonderen Besuch in einer Religionsstunde: Herr Knebel kam mit seiner Begleiterin. Herr Knebel ist seit seiner Geburt blind, da er einige Wochen zu früh geboren wurde. Er erzählte uns über sein Leben und wir durften ihm Fragen stellen. Er brachte uns viele verschiedene Sachen mit, die ihm sein Leben erleichtern. So zeigte er uns sprechende Uhren, da er die Uhrzeit ja nicht sehen kann, eine Schablone zum Erkennen von Geldstücken und Geldscheinen, einen sprechenden Taschenrechner und vieles mehr.

Am wichtigsten war die Blindenschrift, die wir auch selbst ausprobieren durften, was gar nicht einfach war. Herr Knebel hat uns die Blindenschrift so schnell vorgelesen, wie ein Sehender lesen kann. Wir waren sehr beeindruckt. Beim Einkaufen muss Herr Knebel immer einen Begleiter dabei haben, da der Blinde beim Kleiderkauf auf das Urteil der Sehenden angewiesen ist. Er kann sich nichts selbst aussuchen.

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    Das Bild zeigt einige Schüler und Lehrer in
    einem, sich an die Veranstaltung
    anschließenden Gespräch

Herr Knebel wohnt alleine in seiner eigenen Wohnung. Er empfindet seine Blindheit als nicht so schlimm, da er noch nie sehen konnte und sich Farben und manche Gegenstände nicht vorstellen kann. Dafür kann er sehr gut hören und fühlen.

Jemand fragte: „Was ist ihr größter Wunsch?" „Das weiß ich nicht genau, eigentlich habe ich alles." „Wollen Sie nicht sehen können?" fragte ein anderer. „Es wäre sicher probeweise ganz interessant, sehen zu können, aber nach ein paar Tagen würde ich lieber wieder zur Blindheit wechseln.". Alle wunderten sich.

Der Besuch war für uns sehr lehrreich. Vor allem lernten wir, dass blinde Menschen kein Mitleid wollen, sondern wie sehende Menschen ganz normal behandelt werden wollen.

V - Vanessa Wißler, Julia Hartmann, Max Wiesler Klasse 6a Kreisgymnasium Hochschwarzwald

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Ehrenamtliches Engagement verdient Förderung

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
07.07.2007
"REGIERUNGonline" - Wissen aus erster Hand

Zivilgesellschaft
Ehrenamtliches Engagement verdient Förderung

Zukünftig können alle, die sich nebenberuflich im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich engagieren, einen Steuerfreibetrag von 500 Euro jährlich beanspruchen. Einzige Bedingung: Sie dürfen nicht bereits von anderen Regelungen profitieren.

Der Deutsche Bundestag beschloss heute das "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements". Die Bundesregierung hatte das Gesetz im Februar ins parlamentarische Verfahren gegeben.

Ehrenamtliches Engagement wird nicht nur finanziell stärker unterstützt. Das Spendenrecht wird insgesamt einfacher, übersichtlicher und praktikabler. So wird die gemeinnützige Arbeit erleichtert und die Spendenbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

Im September wird das Gesetz im Bundesrat abschließend beraten. Stimmt er zu, wird es rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten. Steuerpflichtige können dann wählen, ob sie für das Steuer-Veranlagungsjahr 2007 noch das alte oder bereits das neue Recht in Anspruch nehmen.

Hilfen für Helfende - einige Beispiele

Neuer Steuerfreibetrag von 500 Euro für ehrenamtliche Nebeneinkünfte bei gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Organisationen. Mit dieser Aufwandspauschale werden die Kosten abgegolten, die den ehrenamtlich Tätigen durch ihre Beschäftigung entstehen. Wer die Aufwandspauschale in Anspruch nimmt, kann allerdings nicht zusätzlich noch Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen bekommen, auch nicht den Übungsleiterfreibetrag .

Der Übungsleiterfreibetrag wird von 1848 Euro auf 2100 Euro im Kalenderjahr angehoben.

Für Spenden bis zu 200 Euro reicht künftig ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis aus. Die Höchstgrenzen für den Spendenabzug werden angehoben und vereinheitlicht: Von bisher fünf Prozent (oder 10 Prozent) auf einheitlich 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Der Höchstbetrag für die Ausstattung von Stiftungen mit Kapital (Vermögensstockspenden) werden von 307.000 Euro auf eine Million Euro angehoben. Dies gilt dann nicht mehr nur im Gründungsjahr, sondern generell.

Die Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Betätigungen von gemeinnützigen Körperschaften wird von jeweils 30.678 Euro auf 35.000 Euro angehoben. Das gilt auch für die so genannte Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen. So besteht beispielsweise keine Steuerpflicht für eine Vereinsgaststätte, wenn die jährlichen Einnahmen unter diesem Betrag bleiben.

Über 23 Millionen Menschen haben in Deutschland ein Ehrenamt. Das ist fast jeder Dritte über 14 Jahre. Sie setzen sich auf vilfältige und kreative Weise für andere Menschen ein. Zum Beispiel als Helfer im Kindergarten, in der Schule oder im Altenheim, bei der freiwilligen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz oder dem technischen Hilfeswerk. Auch Gründer einer Stiftung und Trainer im Sportverein oder im großen Bereich der Kultur sind oft ehrenamtlich tätig.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de Internet: http://www.bundesregierung.de/

Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 01888 / 272 - 0

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Behinderte haben einen Beauftragten

Beirat wählt Dirk Furtwängler

LÖRRACH (ktz). Dirk Furtwängler (33) ist der erste Behindertenbeauftragte der Stadt Lörrach. Der Behindertenbeirat wählte den blinden Innocel-Mitarbeiter gestern Abend in seiner konstituierenden Sitzung.

Neben Furtwängler wurden der körperbehinderte Speditionskaufmann Heinz Bernhard und Irena Rietz, Vorsitzende des Rollinetzwerks, in den Vorstand des Beirates gewählt. Wer den Gemeinderat vertritt, ist noch offen, da außer Margarete Kurfess (Grüne) kein Ratsmitglied an der Sitzung anwesend war.

Die beiden Wahlen standen im Mittelpunkt der vom Behindertenkoordinator der Stadtverwaltung, Jan Wenner (Fachbereich Bürgerdienste), geleiteten Zusammenkunft. Er wies zuvor auf die Bedeutung des Amtes des Behindertenbeauftragten hin. Dieser vertritt die Behinderten gegenüber der Stadt und der Öffentlichkeit, soll Stellungnahmen zu Projekten und Bebauungsplänen abgeben. Dirk Furtwängler bat nach einer Wahl um tatkräftige Unterstützung des Vorstandes wie des übrigen Beirates.

Dieser wird nach den Sommerferien über erste Initiativen beraten. Es sei wenig Zeit bis zu den Haushaltsplanberatungen, sagte Bürgermeisterin Dammann beim Empfang für den Behindertenbeirat nach der Sitzung. Sie dankte den Mitgliedern für ihr Engagement.

KOMMENTAR:
Schon als Zeichen wichtig

Behindertenbeirat

Es gibt genügend Gremien, denen man nachsagt, sie seien reine Debattierclubs. Vielleicht werden Kritiker den neuen Behindertenbeirat auch bald in diese Schublade stecken. Natürlich hat die gestern erstmals zusammengetretene Vertretung von Menschen mit Handicap keinerlei gesetzlich festgelegte Kompetenz. Natürlich binden die Beschlüsse des Behindertenbeirats weder den Gemeinderat noch die Verwaltung. Und auch der neue Behindertenbeauftragte wird nichts aus eigener Kraft durchsetzen können. Dennoch ist die Bildung eines Behindertenbeirats keineswegs nutzlos. Sein Zustandekommen aus einer Anregung der Lokalen Agenda und der Aufwand, den die Verwaltung bei den Vorarbeiten betrieben hat, gibt das klare Signal, dass der Stadt Randgruppen wichtig sind. Der Behindertenbeirat wird künftig Adressat, Ansprechpartner und Repräsentant für viele Belange sein. Damit hätte er seine Hauptaufgabe schon erfüllt. Wenn er zusätzlich noch eigene Initiativen entwickeln kann, wäre es mehr, als zu erwarten ist. Denn wichtiger als seine institutionelle Bedeutung ist seine symbolhafte Wirkung.

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5 Jahre Zeitung zum Hören

Die ehrenamtlichen Vorleserinnen der "Zeitung zum Hören" feierten am Mittwoch auf Einladung des Blinden- und Sehbehindertenverein bei Schäufele und Kartoffelsalat in Offenburg ein kleines Jubiläum:

Seit fünf Jahren gibt es dieses Angebot für Blinde und Sehbehinderte in der Ortenau. "Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Projekt über einen längeren Zeitraum zu machen ist", lobt Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins, im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse das ungewöhnliche Engagement dieses Teams.

MP: Herr Knebel, seit fünf Jahren gibt es in der Ortenau die »Zeitung zum Hören«. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Mischa Knebel: Ich freue mich, dass das Projekt so lange erfolgreich läuft. Wir haben im Ortenaukreis derzeit 55 Abonnenten, die die Zeitungsartikel auf Band wöchentlich beziehen. Das ist in erster Linie den 29 ehrenamtlichen Vorleserinnen zu verdanken, die so motiviert dabei sind – fast die Hälfte von ihnen bereits von Anfang an. Eine Rolle spielt auch, dass die Mittelbadische Presse diese Hörzeitung als Teil ihres Angebots sieht und mit Veröffentlichungen immer wieder für das Projekt wirbt. Ich hatte am Anfang nicht gedacht, dass so etwas angesichts der aufwändigen Logistik mit sechs verschiedenen Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu machen ist.

MP: Was leistet die Zeitung zum Hören, was andere Medien nicht leisten?

Knebel: Das Angebot füllt für Blinde und Sehbehinderte die Lücke zwischen überregionalen Informationen, die über Radio und Fernsehen erhältlich sind, und lokalen Nachrichten, die hauptsächlich über Regionalzeitungen verbreitet werden und somit für Blinde nicht verfügbar sind.

MP: Kennen Sie weitere Projekte dieser Art?

Knebel: Wir haben in Freiburg auch eine solche Hörzeitung, die der Blinden- und Sehbehindertenverein in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Vorleserinnen anbietet. In Ulm gibt es ebenfalls die Lokalzeitung auf Kassette. Dort sprechen Gefangene der Justizvollzugsanstalt die Artikel auf Band. Und im Saarland verschickt die Aktion »Tonbandzeitung für Blinde« Auszüge aus großen Zeitschriften auf Kassette.

MP: Als Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins beraten Sie nicht nur Mitglieder, sondern vertreten auch die Interessen von Menschen mit Sehbehinderungen nach außen. Welche Themen beschäftigen Sie gerade besonders?

Knebel: Wir verfolgen aufmerksam die Umstrukturierung in der Sozialgesetzgebung, damit die Errungenschaften, die es für Blinde und Sehbehinderte gibt, bestehen bleiben. Dazu gehört beispielsweise die Befreiung von GEZ-Gebühren. Bei der Deutschen Bahn wird derzeit überlegt, die Ansagen auf Bahnsteigen einzuschränken, um Personal zu sparen. Stattdessen sollen dort Infosäulen aufgestellt werden. Das würde das Zugfahren für Blinde erschweren. Doch positive Entwicklungen gibt es auch: Bisher konnten Blinde, die ohne Begleitung Schwimmbäder besuchen wollten, abgewiesen werden. »Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen«, stand da im Ausweis. Jetzt ist das anders: »Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen«, lautet die Formulierung jetzt. Das heißt, eine Begleitung darf mitkommen, muss aber nicht.

MP: In welchen Berufen haben Blinde Chancen?

Knebel: Durch Computer mit Sprach- oder Blindenschrift-Ausgabe können Blinde jetzt leichter in Büros arbeiten. In klassischen Berufen wie Masseur oder Physiotherapeut ist es seit der Gesundheitsreform schwer geworden. Auch Telefonistinnen sind seltener, weil viele Firmen Durchwahl-Systeme haben. Und die Korb- und Bürstenmacher haben Konkurrenz aus Fernost. Man muss deswegen versuchen, für Einzelne Nischen zu finden. So gibt es in Freiburg eine Dame, die in Frankfurt eine Ausbildung als Mediendokumentarin gemacht hat. Sie arbeitet jetzt beim SWR. Sie stoppt mit ihrer sprechenden Uhr die Beiträge ab, beschriftet sie und ordnet sie dann ins Archiv ein.

MP: Computer mit Sprachausgabe, Internet, Radio – wird die »Zeitung zum Hören« überflüssig?

Knebel: Sie bekommt sicherlich Konkurrenz durchs Internet. Denn mit sprechenden Computern sind auch Online-Ausgaben von Zeitungen für Blinde leicht zugänglich. Doch da stellt sich die gleiche Frage wie für Sehende: Soll die Zeitungslektüre am Computer stattfinden oder lieber am Frühstückstisch? Überflüssig wird die Hörzeitung also nicht, aber sie bekommt neue Begleiter.

Quelle: Mittelbadische Presse vom 26.01.2007

Weitere Informationen zum Bezug von Zeitschriften zum Hören finden Sie auf unserer Seite der sprechenden Tageszeitungen.

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Eingeschränkte Unabhängigkeit

Quelle: Badische Zeitung - Freiburg-Stadt, 16.11.2006

Rentner, die im Alter erblinden oder sehbehindert werden, haben ein Problem! Ihre Krankenkasse bezahlt ihnen nur einen Kurs, indem sie erlernen, wie sie ihren Blindenstock benutzen. Alle anderen lebenspraktischen Fähigkeiten wie Kleider anziehen, kochen, den Herd bedienen oder die Uhr stellen, müssen sie sich selbst beibringen oder Kurse aus eigener Tasche bezahlen. Obwohl der Gesetzgeber im neunten Sozialgesetzbuch, die Krankenkasse verpflichtet hat, die Kosten für Kurse, die lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln, zu übernehmen, sieht die Praxis anders aus, wie Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden e.V. (BSVSB), bestätigt.

Der Verein bietet seit kurzem Kurse an, die älteren sehbehinderten Menschen alles vermittelt, um unabhängig und selbstständig in ihrer Wohnung leben zu können und nicht in ein Blindenheim gehen zu müssen.

Auch Siegfried K. stand vor diesem Dilemma. Nach einer Krankheit wurde er im Rentenalter blind. Nachdem er, den von der Krankenkasse bezahlten Kurs: „Orientierung und Mobilität“ absolvierte, konnte er lediglich den Blindenstock benutzen. Ein selbständiges Leben war außerhalb seiner Möglichkeiten. Er konnte weder selbst kochen noch wusste er wie man sich anzieht oder das Telefon benutzt. Das neue Angebot: „Lebenspraktische Fähigkeiten für ältere sehbehinderte Menschen“ des BSVSB ist seine Rettung. Es besitzt mehrere Lernmodule. Eines dieser Module ist die Bedienung des Telefons. „Wir zeigen unseren Klienten, wie sie sich bei jedem Telefon mit kleinen Hilfen orientieren können“, erklärt Knebel. Zum einen besitzt jedes Telefon einen kleinen Knopf auf der Fünf zum anderen kann ein weiterer auf der Nulltaste aufgeklebt werden, um die Orientierung zu erleichtern.

Weitere Angebote, die der BSVSB anbietet, sind das Bedienen des eigenen Herds und der Waschmaschine sowie das Ankleiden. Sowohl beim Bedienen des eigenen Herds sowie der Waschmaschine kommen kleine Markierungen zum Einsatz. Meistens kennzeichnet man die Gradeinheiten 180 und 220 sowie bei der Waschmaschine 30, 40, und 60 Grad. „Wir bringen unseren Kursteilnehmern auch bei, wie sie kochen können. Zum Beispiel geben wir den Ratschlag, daß sich sehbehinderte zum Drehen von Fleisch eine Grillzange zulegen sollten sowie eine extra für ihre Bedürfnisse angefertigte Uhr, die alle dreißig Sekunden die Zeit angibt und die letzten zwanzig Sekunden jede Sekunde herunterzählt“, erzählt Knebel.

Auch beim Aussuchen von Kleidern gibt es Tricks. Zum einen gibt es Geräte, die via Scanner sagen, welche Farbe das Kleidungsstück besitzt, diese sind aber kostenintensiv (800 Euro). Alternativ können sich Sehbehinderte auf der Innenseite ihrer Kleider kleine Symbole einsticken lassen oder verschiedene Knöpfe für Kleiderkombinationen benutzen, um diese zu erkennen. Auch das Problem von ungleichen Socken kann mit einer Sortierungsklammer gelöst werden.

Durch das Programm des BSVSB können Sehbehinderte ihre Unabhängigkeit bewahren und alleine leben. „Sehbehinderte sind zwar eingeschränkt, doch können sie durch Training sowie Tricks ihre Selbstständigkeit bewahren und ein erfülltes Leben abseits des Blindenheims führen“, so Knebel.

Die Kursangebote kosten zwischen 30 und 50 Euro. Interessenten können sich unter www.bsvsb.org oder telefonisch unter 0761-36122 über das Angebot informieren.

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Kleiner Spalt wird zum unüberwindbaren Hindernis

Quelle: Badische Zeitung vom Donnerstag, 2. November 2006

Eine Gruppe Blinder und Gehbehinderter nahm die Regio-S-Bahn unter die Lupe und sammelte Verbesserungsvorschläge

LÖRRACH (kbl). Für viele Behinderte ist der Alltag ein Hürdenlauf. Dinge, die für die meisten selbstverständlich sind, werden für sie zu unüberwindbaren Hindernissen. Blinde und Gehbehinderte machten dieser Tage einen Selbstversuch: Wie schwierig ist es, mit der Regio-S-Bahn von Lörrach nach Zell zu fahren? Welche Tücken lauern und ist es ohne fremde Hilfe überhaupt möglich?

Treffpunkt der beiden Gruppen um Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des Südbadischen Blinden- und Sehbehinderten Vereins Freiburg und Irena Rietz, Vorsitzende des Rollinetzwerks war das Arbeitsamt. Die erste kritische Stelle, der Fußgängerübergang zur Unterführung, ist mit einer Blindenampel ausgestattet und deshalb kein Hindernis für die Sehbehinderten. Auf dem Weg zur Unterführung kann man sich an einem Metallgeländer orientieren. In der Unterführung sollen geriffelte Pflastersteine den Aufgang zum Bahnsteig anzeigen. Mit ihrem speziellen Stöcken können die Blinden die Richtung der Riffeln erfühlen. Leider ist die Richtung zum Gleis 2 falsch und die Sehbehinderten laufen am Aufgang vorbei. Wilfried Klindt, Mitarbeiter des Bahnhofsmanagements, ist bei der Begehung dabei und notiert die Mängel.

Die drei Rollstuhlfahrerinnen kommen problemlos zum Bahnsteig, der Aufzug funktioniert. Als die S-Bahn einfährt wird es chaotisch, viele bemerken die Behinderten nicht und nehmen deshalb auch keine Rücksicht. Zwischen drängelnden Kindern und hektischen Erwachsenen steigt die kleine Gruppe ein. Für Rollstühle und Kinderwagen gibt es zwar eine kleine ausfahrbare Rampe, die die Kluft zwischen S-Bahn und Bahnsteig überwindet, der Fahrer hat sie jedoch nicht aktiviert und die Rollstuhlfahrerinnen stehen hilflos da. Alleine ist dieser Spalt nicht zu überwinden. Nach längerem Suchen stellen die gehbehinderten Frauen auf der Rückfahrt fest, dass es einen speziellen Wagen gibt, immer am Ende des Zuges, der speziell für Behinderte ist. Die Rampe wird hier automatisch ausgefahren, es gibt im Waggon genügend Platz für die Rollstühle und sogar ein behindertenfreundliches Klo. "Letzteres gibt es am Lörracher Bahnhof, allerdings nicht für Rollifahrerer" , kritisiert Irena Rietz.

Für die Blinden wird schon allein das Einsteigen ist die S-Bahn schwierig, weil sie nicht wissen, wo sich der Knopf, der die Tür öffnet, befindet und die Ansage der Haltestellen in der Bahn ist so leise, dass sie im Gemurmel der Fahrgäste fast untergeht. "Es wird nicht gesagt, auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet" , erklärt Egon Munz. "Das macht die Orientierung wesentlich schwerer."

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"Daran könnte ich mich gewöhnen" - Blinde Menschen konnten mit Fahrlehrern selbst einmal ein Auto steuern oder im Beiwagen eines Motorrads mitfahren

Hier gibt es den Originalartikel als *.pdf-Datei zum Download. Rechte Maustaste drücken und "Ziel speichern unter" wählen.

Eschbach-Bremgarten: "Am Steuer eines Autos zu sitzen, ist ein traumhaftes Gefühl", sagt Anita Träris, die seit 26 Jahren blind ist. Zum "Sensomobil"-Tag im Gewerbepark Breisgau kamen blinde Menschen aus ganz Baden-Württemberg in mehreren Bussen.

Was es bundesweit sonst nur noch in Berlin gibt, fand zum dritten Mal im Gewerbepark Breisgau statt: Unter der Schirmherrschaft von Landrat Jochen Glaeser, der Federführung von Mercedes-Benz Freiburg, dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg, dem Kreisverein Freiburg und der Fahrschule Briege, waren 25 Fahrlehrer mit ihren Autos und Motorrädern ganztags ehrenamtlich im Einsatz. Blinde und Sehbehinderte durften auf dem Fahrersitz ein Auto steuern und als Sozi oder im Beiwagen Motorrad fahren. „Ich bin total begeistert”, schwärmte die 27-jährige Nicole Schifferdecker nach ihrer ersten Autofahrt. Auch aus Freiburg angereist, war Vivian Hösch (15 Jahre), die „frei und sicher” das Lenkrad neben dem Fahrlehrer steuern durfte. Der 67-jährige Alfons Sprich aus Wieden erklärte, er sei seit seiner Geburt „staatlich anerkannter Blindgänger” und freue sich, ausnahmsweise nicht auf den „Schleudersitz” neben seiner Frau Regina angewiesen zu sein. Viktoria Tiseli (41 Jahre aus Freiburg) meinte nach der Motorradfahrt: „Daran könnte ich mich gewöhnen” und stieg auch gerne auf den Oldtimer-Traktor mit Thomas Auweder, dem Vorsitzenden der Traktorenfreunde Markgräflerland. Vor 36 Jahren hatte ihre Sehkraft ganz schleichend nachgelassen, seit 26 Jahren ist sie blind. Ihr Mann Wolfgang habe immer gesagt: "Du schaffst das", sagt die heute 60-jährige Anita Träris aus Britzingen, die ihren Haushalt ohne Hilfe führt. Sie hat beim Sensomobil- Tag nicht nur das eigenhändige Fahren genossen, sondern auch die Fahrzeuge der Feuerwehr, Polizei und vom ADAC ertastet und war außerdem begeistert vom "Erste-Hilfe-Kurs", den das DRK angeboten hat. Enthusiastisch schwang sich die 82-jährige Edith Salzwedel aus Müllheim in den Beiwagen eines Motorrades: "Ich liebe Motorradfahren. Man fühlt sich so frei wie der Wind."

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Erste-Hilfe-Kurs am 27. Mai 2006 war wieder ein voller Erfolg

Bereits zum zweiten male führte der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. in Zusammenarbeit mit dem Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Krozingen einen Erste-Hilfe-Kurs für blinde und sehbehinderte Personen durch.

Wie die Fotos belegen, war der Kurs wiederum ein voller Erfolg.

Atmungsprüfung Erklärung eines Feuerwehrwagens
Herzdruckmassage Erklärung eines Krankenwagens

2. DRK-Kurs in Bad Krozingen

Am 27.05.2006 trafen sich Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. Wie im letzten Jahr in der Rettungswache in Bad Krozingen. Dort erwartete uns Herr Weinert und sein Kollege Herr Phillipp.

Wir haben Dinge wie Wiederbelebung und stabile Seitenlage wiederholt. Schon da merkten wir, wie wichtig es ist, dass man einen Rotkreuzkurs wiederholen sollte.

Uns wurde auch gezeigt, wie man bei einem verletzten Motorradfahrer den Sturzhelm abnimmt und ihn dann in die stabile Seitenlage bringt. Wichtig ist dabei, dass man zu zweit ist.

Weiterhin lernten wir, wie man einen Druckverband anlegt und was vor allem auch wichtig ist - wann legt man so einen Druckverband an. Tja wann macht man das? Könnt ihr mir die Antwort geben? Die Antwort lautet: Bei einer stark blutenden Wunde, dass bedeutet, wenn es nicht mehr aufhört zu bluten.

Besprochen wurde auch, was ist zu tun bei Brandverletzungen - mit lauwarmen Wasser kühlen und danach mit einem keimfreien Tuch Bedecken und warm halten Bei Vergiftungen - nichts essen und trinken, sofort Notruf absetzen

Natürlich haben wir auch Fragen gestellt. Wie z.B., was tun bei einem Epileptischen Anfall. Oder wie bekommt man eine schwergewichtige Person in die stabile Seitenlage.

Was für uns auch sehr interessant war, wir konnten einen Rettungshubschrauber besichtigen und auch miterleben, wie er wieder startete. Dies war eine spontane Reaktion von Herrn Weinert als er hörte, wie ein Hubschrauber beim Herzzentrum landete.

Für uns war auch dieser Kurs ein weiterer Beweis, wie wichtig die Erste Hilfe ist. Egal ob es sich um Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verbrennungen und Verletzungen im Haushalt handelt.

Der Ersthelfer kann LEBEN retten.

Vor allem hat uns der Kurs gezeigt, dass Blinde und Sehbehinderte im Notfall helfen können. Ich kann jedem nur ans Herz legen, so einen Kurs mit zu machen.

Cornelia Isenmann

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Weihnachtsfeier in der Bezirksgruppe "Mittelbaden"

Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe

Bei der Weihnachtsfeier der Bezirksgruppe Mittelbaden des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV) Südbaden erfreuten sich 49 Mitglieder und deren Begleitpersonen am geselligen Beisammensein. „S`Chörle“ aus Haueneberstein, das von Wilmar Koch geleitet wurde, bereicherte die Feier durch musikalische Einlagen.

Der Bezirksgruppenleiter Hans Kühn dankte in seiner Begrüßung dem Vertreter der Stadt Baden-Baden, Bürgermeister Klaus Michael Rückert, für die Unterstützung und Bereitschaft, die Bezirksgruppe Mittelbaden in der Planung für das neue Amt für Familien, Jugend und Soziales einzubinden.

Nach Ansicht von Rückert solle der BSV vor allem in zwei Bereichen mitwirken. „Zum einen bei der Interessenvertretung und –formulierung und zum anderen beim Anbieten von Veranstaltungen wie der heutigen“, sagt der Bürgermeister.

Kühn bot dem Vertreter des Landratsamtes Rastatt, Kassenleiter Roland Gerber, an, dass sich seine Bezirksgruppe ebenfalls bei den Planungen für den Neubau des Landratsamtes Rastatt einbringe, um mögliche Probleme im Vorfeld zu klären.

Gerber nahm Kühns Angebot an und überreichte im Namen der Hans-Calwer-Blindenstiftung einen Scheck. „Für uns ist es eine Ehre, diesen guten Zweck zu unterstützen“, betonte Gerber.

Der Vorsitzende des BSV Südbaden, Gerd Schäfers, formulierte in seinem Grußwort das Ziel, die Barrieren in den Köpfen der Menschen sollten verschwinden. „Alle Beteiligten sollen mitwirken, damit Hilfe zur Selbsthilfe gelebt wird“, sagte Schäfers.

Die beiden Vertreter der Stadt Baden-Baden und des Landratsamtes Rastatt erhielten von Hans Kühn Korbwaren überreicht, die von dem 87 Jahre alten Mitglied Albert Bertsch gefertigt wurden.

Zum Abschluss der Weihnachtsfeier beleuchtete Emil Matzkuhn, 92-jähriges BSV-Mitglied aus Baden-Baden, mit seinem Gedicht „Weihnachten steht vor der Tür“ satirisch die Weihnachtszeit.

Quelle: Badisches Tagblatt vom 06.12.2005

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Blindenverein steigert Mitgliederzahlen

Vorsitzender der Bezirksgruppe lobt verkehrstechnische Entwicklung in der Kurstadt

Baden-Baden
„Die Wahl ist unter der Rubrik ,nicht vielsagend, abzuheften“, fasste der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbadens, Gerd Schäfers, seine Eindrücke zusammen. Klare Aussagen habe er vermisst, berichtete er bei der Frühjahrsversammlung der Bezirksgruppe Mittelbaden. „Die Großen fassten sich mit Samthandschuhen an und haben sich lieb gestreichelt“.

Bahnbrechende Änderungen bezüglich der in den Fokus geratenden Blindenhilfe sieht er nicht. Dass diese weiterhin in der bisherigen Form gewährt wird, dafür werde er, wie er ankündigte, auch in Zukunft Klinken putzen gehen müssen. Als sehr angenehm bezeichnete er ein vor wenigen Tagen mit dem Präsident des Deutschen Städtetages, Ivo Gönner, geführtes Gespräch. Zwar habe sich sein Gegenüber sehr interessiert gezeigt und sei überrascht gewesen, dass es im Land nicht nur knapp 12.000 Blindengeldbezieher gebe. Hinzu kämen noch rund 40.000 Sehbehinderte mit minimalem Restsehvermögen.

Die Reaktion Gönners bewertete Schäfers allerdings als „eher schwammig“, wie er der Versammlung erklärte. „Er erwarte nicht, dass die Blindenhilfe in den nächsten fünf Jahren abgeschafft werde, hat er mich wissen lassen.“

Um Unterstützung bei der Auswertung von Hörbuchmaterial bat Schäfers nach wie vor. Von der inzwischen geschlossenen Stuttgarter Blinden-Hörbücherei habe der Verein einen Teil des Bestandes übernommen. Dieser wurde allerdings weitestgehend unsortiert in Kisten überlassen, so dass noch immer Helfer gesucht würden, die Lust haben, das Material zu bewerten. Interessenten können sich beim Verein anmelden.

Einen kleinen Überblick über die statistische Entwicklung der Bezirksgruppe Mittelbaden gab der Vorsitzende Hans Kühn.

Von 98 auf 101 konnten im vergangenen Jahr die Mitgliederzahlen erhöht werden. Außerdem war im Jahr 2005 eine breite Palette an gemeinsamen Veranstaltungen angeboten worden, die sich von der Besichtigung der neuen Tribüne in Iffezheim über Ausflüge bis hin zu gemeinsamen Wanderungen erstreckte. Auch für die kommenden Wochen hat Kühn Veranstaltungen geplant.

Am 22. April steht eine Weinprobe in der Winzergenossenschaft Varnhalt an, die zuerst durch den Weinberg und im Anschluss in den Keller führen sollen. „Wir lassen und vorher erklären, was wir hinterher trinken dürfen“, sagte der Vorsitzende.

Am 24. Juni steht die nächste Versammlung in Gaggenau an. Die Stadt gebühre wie Baden-Baden großer Dank, da sie den Blindenverein traditionell unterstütze, in dem sie derartige Veranstaltungen ermögliche. Besonders betonte Kühn, dass die verkehrstechnischen Entwicklungen in der Kurstadt sehr löblich seien.

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen habe man den Anliegen der Blinden und Sehbehinderten umfassenden Rechnung getragen. Dies gelte vor allem für die entsprechend ausgestatteten Bushaltestellen.

Quelle: Örtliche Presse

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Besuch am Otto-Hahn-Gymnasium Tuttlingen

Mischa Knebel kann alles – außer sehen

Schulklasse 5 Tuttlingen TUTTLINGEN (dya) - Mischa Knebel hat in seinem 34-jährigen Leben noch nie Farben gesehen. „Man hat sie mir nur erklärt“, erzählte der Geschäftsführer des südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins der Klasse 5c des Tuttlinger Otto-Hahn-Gymnasiums. Der von Geburt an Blinde sensibilisierte und informierte die Kinder zum Thema.

Wie ist das Leben eines Blinden? Welchen Problemen stellen sich Sehbehinderte und was für Hilfsmittel erleichtern den Alltag? Antworten auf die Fragen erhalten die Schüler der 5 c in dieser Schulstunde. „Ich dachte zum Beispiel, dass alle Tapeten orange sind, weil sie sich anfühlen wie Apfelsinen“, erzählt Knebel weiter, während die Schüler gespannt seinen Geschichten aus dem Leben eines Blinden lauschen. Hätte man ihm gesagt, dass die Farbe Schwarz ein heller und freundlicher Ton sei, „das hätte ich auch geglaubt – früher zumindest“, sagt Knebel.

Der 34-Jährige ist blind. Als er als Frühchen geboren wurde, kam er in den Brutkasten. Hier verabreichten ihm die Ärzte zu viel Sauerstoff, dadurch wurde die Netzhaut beschädigt. Hell und dunkel kann er unterscheiden: Durch die spezielle Brille, die er trägt, kann er auch Lichtquellen erkennen. Mehr nicht. Auf die Hilfe seines Blindenstocks ist er angewiesen.

Den Schülern am OHG zeigt Knebel, wie er sich in seinem Leben zurechtfindet: Blindenstock, Schreibmaschine, Blindenschrift und sprechende Taschenrechner – das alles ist normal für den 34-Jährigen. In zwei Schulstunden kann er die Fünftklässler begeistern und Tipps für den Umgang mit Sehbehinderten und Blinden geben.

Und dann will Knebel noch etwas wissen: „Als was können Blinde eigentlich arbeiten?“ „Hm, im Call-Center?“ – „Oder als Rockstar!“ – Ein Kichern geht durch die Reihen, bis Knebel fragt: „Kennt ihr einen blinden Sänger?“. Eigentlich nicht. Oder doch? „Andrea Bocelli, Stevie Wonder, Ray Charles und Joana Zimmer sind die bekanntesten“, beantwortet Knebel. Es gibt eben (fast) nichts, was für Blinde nicht geht.

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Hier zielt jeder nur auf alle Neune

VEREINT IM VEREIN: Bei der Kegelgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins muss niemand sehen, wie die Kegel fallen VON UNSERER MITARBEITERIN ANJA BOCHTLER

WIEHRE: Wenn die erste Kugel rollt, fängt Jopi an zu leiden. Die Schäferhündin schaut aufgeregt in Richtung Kegelbahn und darf der Kugel trotzdem nicht hinterher rennen. Doch weil Blindenhunde sehr diszipliniert sind, sucht sich Jopi schließlich eine ruhige Ecke im Kegelkeller des Heinrich-Hansjakob-Hauses. Und wartet leise winselnd, aber geduldig, bis ihr Frauchen Helga Mauch mit dem Kegeln fertig ist.

Am schnellsten ist Angelika Ruh. Denn sie sitzt direkt vor der Lichtanlage an der Wand. Dort leuchten Lämpchen auf und signalisieren, wie viele Kegel gerade umgefallen sind. Jedes Mal, wenn Angelika Ruh „zwei!” oder „fünf!” ruft, rechnet Hans-Georg Fischer an der Tafel hektisch vor sich hin, streicht alte Zahlen aus und neue dazu. Aber nicht alle können lesen, was auf der Tafel steht. Und bis nach vorn zur Kegelfläche sieht niemand.

In der Kegelgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins ist Reinhard Schmitt der einzige Blinde. Aber auch die anderen sind sehbehindert und in ihrem Sehvermögen stark eingeschränkt, viele schon seit ihrer Kindheit. Zum Beispiel Helga Mauch, die sich von ihrer Blindenhündin Jopi führen lässt, und ihr Mann Heiner Mauch. Er sieht nur zwei Prozent von dem, was nicht-sehbehinderte Menschen sehen. Oskar Schmidt erkennt zumindest die Kugel in seiner Hand ganz gut. Wenn das nicht so wäre, könnte er sie aber auch mühelos ertasten und fühlen. Beim Kegeln an sich macht es nichts aus, wie viel jemand sieht, sagt Hans-Georg Fischer. Da zählt nur Geschick und Glück. Reinhard Schmitt steht an der Kegelbahn und zögert. Dann stößt er die Kugel auf die Bahn. Die Außenkanten der Bahn ermöglichen ihm die Orientierung, in welcher Richtung die Kegel stehen. Die Kugel rollt langsam nach vorn, vier Kegel fallen und werden einen Moment später automatisch hochgezogen. Auch die Kugel rollt automatisch zurück. Ganz lautlos, und das hat seine Tücken: Einmal hat sich Oskar Schmidt den Finger gebrochen, als er eine neue Kugel vom Band holen wollte und nicht merkte, dass gerade die alte in voller Geschwindigkeit zurück sauste. Sie prallte gegen seinen Finger.

Lauter wird es, wenn vorn die Kegel getroffen werden. Als nur einer umfällt, erkennt Helga Mauch gleich: „Das waren keine fünf.” Das hört sie am Klang. „Ab und zu gibt's schon mal einen Neuner”, sagt Hans-Georg Fischer. Oder einen „Kranz”: Dann bleibt nur der Kegel in der Mitte stehen. Doch das muss beim ersten Stoß gelingen. Anders als ihre gut sehenden Kollegen zielen die Kegler vom Blinden- und Sehbehindertenverein immer nur auf alle Neune. „Bei uns geht's immer in die Vollen”, bringt es Oskar Schmidt auf den Punkt. Auf einzelne Kegel zu zielen, die stehen geblieben sind, hätte keinen Sinn: „Die sehen wir ja nicht.” Oskar Schmidt ist schon von Anfang an dabei. Die Kegelgruppe trifft sich seit fast 30 Jahren, und früher ging's mal ziemlich streng zu: „Da wurde das Kegeln sehr ernst genommen. Jetzt geht's um die Geselligkeit.” Darum sind auch die Mauchs dabei geblieben. Das Kegeln ist ihnen in der ersten Zeit vor fünf Jahren nämlich nicht leicht gefallen, erzählt Helga Mauch: „Das war schon ein bisschen frustig. Ich habe immer daneben geworfen.” Wenn die Kegler des Blinden- und Sehbehindertenvereins die Kugel rollen lassen, muss die Blindenhündin Jopi immer wieder viel Disziplin aufbringen, um nicht einfach loszurennen.

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"Die Situation wird besser"

Rollstuhlfahrer, Blinde und sehbehinderte Menschen begutachteten den > Lörracher Bahnhof

Badische Zeitung vom Freitag, 20. Januar 2006
Von unserer Mitarbeiterin Britta Wieschenkämper

Gute Noten bekam der Bahnhof von Menschen mit Behinderungen. (FOTO: BRITTA WIESCHENKäMPER)

LÖRRACH. "Die Rampe am Bahnhof ist für Menschen mit Behinderung eine tolle Sache." So lautet das Fazit von Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des Südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins bei einer Begehung des neu gestalteten Lörracher Bahnhofs.

Munz hatte Vertreter aus verschiedenen Behindertenorganisationen eingeladen, den neuen Zugang zum Bahnhof aus Sicht der Menschen mit Behinderung kennen zu lernen und zu begutachten. Mit dabei waren der VDK, die Gesellschaft zur Bekämpfung von Muskelkrankheiten, das Rollinetzwerk, der Spastikerverein, die IG Miteinander und der Behindertenbeirat aus Weil am Rhein. Nach wie vor stünden Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, viel zu häufig vor unüberwindbaren Hindernissen, bedauerte Munz. Für Blinde und sehbehinderte Menschen stellen viele Dinge eine Gefahr dar. Recht gut gelungen sei die neue Rampe, die gegenüber vom Arbeitsamt in den Bahnhof führt. Hier können Leute im Rollstuhl selbstständig herunter und auch hinauf fahren. Die Neigung ist nicht zu stark, so dass man auch als nicht besonders kräftiger Mensch einen Rollstuhl eigenhändig hinaufrollen kann, wie Irena Rietz vom Rollinetzwerk feststellte. Eine gefährliche Stelle fand Eugen Munz an der Treppe, die zur Unterführung zum Rathaus führt. Hier ist eine Schiene für Kinderwagen und Fahrräder befestigt. Diese stelle für blinde Menschen eine Stolperfalle dar. Sonst erhielt der Zugang zur Bahnhofsunterführung gute Noten.

Das Geländer leitet Blinde und sehbehinderte Menschen, im Bahnhof sind die vorgeschriebenen Rillenplatten verlegt. An der Begehung nahmen auch Arne Lüers von der Stadt Lörrach und Thomas Reichmann, Bahnhofs-Manager aus Basel, DB Station und Service AG, teil. Dass ihnen besonders anschaulich die Widrigkeiten präsentiert wurden, mit denen Menschen im Rollstuhl im Alltag konfrontiert sind, war reiner Zufall. Die Lifte, die aus der Bahnhofsunterführung zu den Bahngleisen hinauf fahren, funktionierten nämlich beide nicht.

Aus diesem Grund konnte auch nicht der Einstieg in die Niederflurzüge getestet werden. Reichmann sagte, der Schaden sei bereits gemeldet und würde in Kürze behoben. "Dass die Aufzüge heute nicht funktionieren, ist kein Halsbruch" , meinte Munz. Aber der Vorfall zeige sehr deutlich, vor welchen Problemen behinderte Menschen stehen. Munz dankte der Stadt Lörrach, dass sie immer ein offenes Ohr für die Menschen mit Behinderung hat. Dass die Rollstuhlrampe gebaut wurde, sei sehr positiv.

Wenn die Fahrstühle funktionieren, könnten Leute im Rollstuhl vom Arbeitsamt in den Bahnhof, von dort auf den Bahnsteig und so in die Innenstadt gelangen. Vorher waren große Umwege nötig, um die Schienen zu überwinden. Der Dank galt auch der Bahn, die dies mit ermöglicht hat.

"Stück für Stück wird die Situation besser, die Stadt arbeitet daran" , lobte Munz. Arne Lüers erläuterte, dass von der Rampe später auch ein barrierefreier Zugang zur Unterführung zwischen Rathaus und Arbeitsamt geplant sei. Dann könne man mit einem Rollstuhl ohne Probleme vom Arbeitsamt zum Rathausplatz gelangen. Aber bis dies realisiert sei, werde wohl noch viel Zeit vergehen, denn zurzeit ist für dieses Projekt kein Geld vorhanden.

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Der kleine Finger reicht schon

Christa Braun über den Alltag blinder Menschen und auf was es beim Miteinander ankommt

Christa BraunVon Renate Reckziegel Wie das Miteinander von Blinden und Sehenden funktioniert, ist für die Oppenauerin Christa Braun ein wichtiges Thema. Kleine Hilfestellungen entscheiden da mitunter, ob jemand dabei sein kann oder nicht: »Oft reicht der kleine Finger eines anderen zur Orientierung«, sagt die 52-Jährige, die selbst von klein auf blind ist und mit ihrer Mutter und der Familie ihres Bruders unter einem Dach lebt.

OT: Frau Braun, Sie waren die Erste, die vor vier Jahren die »Zeitung zum Hören« abonnierte. Wie kam es, dass Sie so prompt auf das Angebot reagiert haben?

Christa Braun: Ich dachte, wenn jemand bereit ist, extra für Blinde die Zeitung auf Band zu sprechen, muss ich das haben. Das Lokale ist für uns schließlich wichtig.

OT: Wie informieren Sie sich sonst?

Braun: Ich höre viel Radio und auch Nachrichtensendungen im Fernsehen. Damit bin ich gut informiert. Aber das Regionale finde ich da nicht.

OT: An was denken Sie da?

Braun: Zum Beispiel die Wahlen zum Pfarrgemeinderat: Ich kenne die Kandidaten zum Teil, und natürlich will ich wissen, ob die Leute, die ich gewählt habe, in Oppenau auch reingekommen sind.

OT: Wie haben Sie das gemacht, bevor es die »Zeitung zum Hören« gab?

Braun: Mein Bruder liest abends oft vor, das funktioniert wunderbar. Er ist das so gewöhnt, dass er die Zeitung sogar dann laut liest, wenn ich gar nicht in der Küche sitze… Nur Leserbriefe mag er nicht so gern, die höre ich dann auf der Kassette.

OT: Aber vieles kennen Sie dann ja schon?!

Braun: Das macht nichts: Es ist schön, irgendwo gemütlich zu sitzen und die Woche noch einmal nachzuhören. Außerdem sind die Vorleserinnen mit so viel Begeisterung und Engagement dabei: Jede hat ihre eigenen Schwerpunkte bei der Auswahl der Nachrichten. Jeder liest die Zeitung halt anders. Diese Vielfalt ist auch interessant. Und für Blinde, die niemanden zum Vorlesen haben, ist die Kassette sowieso die einzige lokale Informationsquelle.

OT: Sie arbeiten im Empfang der Firma Doll, einem Fahrzeugbau- Unternehmen mit fast 300 Mitarbeitern. Auf was kommt’s an, damit die Integration blinder Menschen gut funktioniert?

Braun: Es muss ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Die Leute sollen nicht nett sein, weil ich ein armes Mädel bin und nichts sehe, sondern weil sie mich schätzen. Umgekehrt muss ich einfach mitteilen, was ich an Hilfen brauche, muss auf Leute zugehen. Diese Aufklärung ist ganz wichtig. Oft reicht schon der kleine Finger eines anderen zur Orientierung. So bin ich auch aufgewachsen: Ich habe mich einfach bei meinem Bruder am kleinen Finger festgehalten und dann war ich überall dabei.

OT: Trotzdem leben viele Blinde isoliert. Warum?

Braun: Viele sind nicht so selbständig, weil sie von Ehepartnern oder Angehörigen überbehütet und abgeschottet werden. Wenn ich etwas unternehmen will, ist das natürlich für meine Familie anstrengender. Man muss als Blinder besonders aktiv sein, sich eine Begleitung organisieren. Aber man muss die Hilfe der anderen auch honorieren und darf sie nicht selbstverständlich nehmen. Wenn man zu egoistisch ist, ist am Anfang zwar noch Solidarität da, aber das hört nach einiger Zeit auf. Komplizierter wird es natürlich, wenn zu der Blindheit noch andere Einschränkungen hinzukommen.

OT: Sie engagieren sich auch im Blinden- und Sehbehindertenverein und im Katholischen Blindenwerk…

Braun: Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Ich finde es wichtig, gerade spät Erblindeten Mut zu machen, ihnen über das erste schwarze Loch hinwegzuhelfen und zu signalisieren, dass das Leben trotzdem lebenswert ist. Wer alle Hilfsmittel nutzt, im Mobilitätstraining übt, Wege alleine zu gehen, oder Kochkurse macht, kriegt viel hin. Zwar nicht perfekt, aber es geht. Und natürlich sind solche Gruppen auch für die Lobbyarbeit wichtig. In vielen Bundesländern wird gerade diskutiert, die Blindenhilfe zu streichen, in Niedersachsen ist sie bereits abgeschafft worden. Da wird’s für viele finanziell kritisch.

OT: Welchen Tipp haben Sie für Sehende beim Umgang mit Blinden?

Braun: Sehende können Blinde ruhig jederzeit ansprechen. Ich freue mich immer, wenn mich beispielsweise jemand am Bahnsteig fragt, ob ich zurechtkomme. Ich lasse mir dann übrigens grundsätzlich helfen, auch wenn’s alleine ginge. Aber so kommt man miteinander in Kontakt.

Stichwort
Zeitung zum Hören

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Vorlesertreff in Offenburg

Kaffeetafel mit Vorlesekräften Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. betreibt mit einigen Verlagen in Südbaden einen ehrenamtlichen Vorlesedienst. Ziel dieser Arbeit ist es, blinden und sehbehinderten Menschen in Südbaden den Inhalt ihrer Tageszeitung zu Gehör zu bringen. Nähere Einzelheiten zu den aufgesprochenen Tageszeitungen können Sie auf unserer Seite zu diesem Thema nachlesen.

am Dienstag, 13. Dezember 2005 lud der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. die Vorleserinnen und Vorleser der Regionalausgaben des Offenburger Tageblattes zu einem kleinen Advents-Cafe in das Cafe im Ritterhaus nach Offenburg ein. Ziel dieser Veranstaltung war der gegenseitige Austausch der Auflesekräfte. Außerdem möchte sich der Verein mit dieser Veranstaltung für das ehrenamtliche Engagement der Auflesekräfte bedanken.

Die Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer in soziale Tätigkeiten ist heutzutage wichtiger denn je. Zeigt sich doch durch dererlei Einsätze immer wieder, dass es in einer Zeit der zunehmenden sozialen Kälte immer wieder Menschen gibt, die ihre Ressourcen für einen guten Zweck zur Verfügung stellen.

Wir suchen Auflesekräfte

Aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen scheiden aus der Auflesegruppe Hasslach/Kinzigtal und aus der Gruppe Freiburg-Stadt Aufleserinnen aus. Wir suchen ab sofort Personen, die bereit sind, auf ehrenamtlicher Basis Artikel aus der Badischen Zeitung - Ausgabe Freiburg Stadt sowie aus dem Offenburger Tageblatt - Ausgabe Kinzigtal, auf Tonkassette aufzusprechen.

Das technische Equipment sowie ein einführendes Gespräch werden die Mitarbeiter der Vereinsgeschäftsstelle mit Interessentinnen gerne führen. Bitte beachten Sie auch die Hinweise auf unserer Spezialseite über die sprechenden Zeitschriften.

Über Ihr Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit würden wir uns sehr freuen.

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Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden gegründet

Zur langfristigen Sicherung der Teilnahme blinder und sehbehinderter Menschen am kulturellen, beruflichen und sozialen Leben in der Gemeinschaft, entschloss sich der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e. V. zur Gründung einer rechtlich selbständigen Stiftung.

Am Montag, dem 12. Dezember 2005 wurde in einer Feierstunde, die im Beratungszentrum des Blinden- und Sehbehindertenvereins in Freiburg, Wölflinstraße 13 stattfand, das Stiftungsgeschäft offiziell eröffnet.

Der Sozialbürgermeister der Stadt Freiburg – Herr Ulrich von Kirchbach – erklärte sich in seinem Grußwort dankenswerterweise zu einer Mitarbeit im Stiftungskuratorium bereit, um an der Umsetzung der gemeinnützigen Ziele zu Gunsten blinder und sehbehinderter Menschen im südbadischen Raum tatkräftig mitzuwirken.

Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden wird durch professionelles Fundraising der Geschäftsstelle unterstützt, um in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein zu Gunsten der ihr anvertrauten Personen zu fördern. Eine Mittelzufuhr im Gründungsjahr durch Zustiftungen in den Vermögensstock ist für jede Person möglich und verhilft dazu, ein mittelfristig fundiertes Grundvermögen zu schaffen. Aus den Erträgen dieses Grundstockes können bei entsprechend großem Wachstum in der Zukunft gezielt blinde und sehbehinderte Menschen gefördert werden. Eine zu Gunsten blinder und sehbehinderter Menschen arbeitende Stiftung ist heutzutage wichtiger denn je, da sich auch im Bereich der Behindertenpolitik die öffentliche Hand mehr und mehr aus ihrer sozialen Verpflichtung zurückzieht.

Aus Sicht der Stiftungsgründer ist es sehr wenig bekannt, dass neben den „üblichen“ Spenden, Zuwendungen anlässlich der Neugründung in das Grundvermögen einer rechtlich selbständigen Stiftung steuerlich zusätzlich gefördert werden. Abzugsfähig sind Beträge bis 307.000 €, die auf das Jahr der Zuwendung und die folgenden neun Veranlagungszeiträume verteilt werden können und sich durch diese Gestaltungsmöglichkeit positiv auf den individuellen Steuersatz des Zuwendenden auswirken.

Aber auch Spenden, die nach dem Gründungszeitraum erfolgen, werden steuerlich höher gefördert, wenn man sie einer anerkannten Stiftung zuwendet.

Des Weiteren möchte sich die Blinden- und Sehbehindertenstiftung für Stifter öffnen, die ein eigenes Stiftungswerk begründen wollen. Dies bedeutet, dass solche Stiftungen, die bislang rechtlich nicht selbständig waren, bei der Blinden- und Sehbehindertenstiftung eine „Heimat“ finden können.

Das Ziel der Stiftung liegt, wie bereits angedeutet, in der Sicherung einer selbständigen Lebensführung blinder und sehbehinderter Menschen in Südbaden. Jugendliche, Berufstätige und Senioren, die sehbehindert oder völlig erblindet sind, stehen im Blickpunkt der Stiftung. Aus den Erträgen soll es zukünftig möglich sein, diese Gruppe regelmäßig so zu fördern, dass ein zufriedenes und eigenständiges Leben möglich ist.

Zur Eröffnung des Stiftungsgeschäftes wurde bei der Deutschen Bank (Bankleitzahl 680 700 30) ein Konto mit der Nr. 024 201 607 eingerichtet, auf das ab sofort gespendet werden kann.

Unser Dank richtet sich an alle, die sich jetzt und in Zukunft mit unserer Idee solidarisieren. Ein besonderes Dankeschön möchten wir Herrn von Kirchbach aussprechen, der neben dem Grußwort der Stadt Freiburg am 12. Dezember den Mitgliedern des Stiftungskuratoriums gleichzeitig eine finanzielle Starthilfe übergab.

Das Foto zeigt Herrn Gerd Schäfers und Herrn Sozialbürgermeister von Kirchbach
Das Foto zeigt Herrn Gerd Schäfers und Herrn Sozialbürgermeister von Kirchbach
Auf dem Foto sind Herr Schäfers, Herr v.Kirchbach und Herr Lothar Schneider zu sehen.
Auf dem Foto sind Herr Schäfers, Herr v.Kirchbach und Herr Lothar Schneider zu sehen.
Auf dem dritten Bild sind sämtliche Mitglieder des Stiftungskuratoriums zu sehen.
Auf dem dritten Bild sind sämtliche Mitglieder des Stiftungskuratoriums zu sehen.



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